XP-CD-individuell

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XP neu installieren: Das heißt, Sie müssen zahllose Komponenten und Einstellungen einzeln einrichten und anpassen. Es geht auch anders. Unsere Windows-CD nach Maß erspart Ihnen einen Tag voller Mausklicks.

Windows-CD maßgeschneidert

Was wäre, wenn Sie morgen Windows XP neu installieren müssen? Im Normalfall können Sie dann erst mal alle Termine absagen und einen Tag vor Ihrem Rechner einplanen. Mit Aufspielen von XP allein ist es ja nicht getan, denn danach folgen Service Packs und Updates. Häufig sind es 30 Teil-Installationen und mehr, die jeweils angestoßen und beschäftigt werden wollen. Auch Treiber, die nicht zum Standard-Umfang von Windows gehören, müssen Sie noch besorgen und einbinden. Schließlich fehlen noch alle Tools, die Sie genutzt haben. Nach mehreren Stunden Arbeit sieht Ihr XP-System immer noch aus wie ein Spielwarenladen. Buntes Gezappel, wo das Auge hinsieht, und auch Messenger & Co. sind wieder da, obwohl Sie die aufgezwungenen Zusatz-Tools schon ganz vergessen hatten. Bis Sie das XP-Kinderzimmer wieder in ein Arbeitszimmer umgebaut haben, vergehen nochmals Stunden ... Sollten Sie mit Ihrer Zeit Besseres anzufangen wissen, kommt dieser Artikel genau richtig für Sie. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit dem Freeware-Tool Nlite eine System-CD oder -DVD anlegen, die neben dem System gleich alle notwendigen Treiber, Updates und Tools enthält. Diese CD oder DVD installiert im Fall des Falles Ihr Wunsch-System vollkommen automatisch und stellt es nach Ihren Vorgaben ein. Sparen Sie sich also den Aufwand am Rechner – mit etwas Vorbereitung kann dieser das alles alleine.

Anfangen: Voraussetzungen und Start

Alle Optionen aktiviert: Wir empfehlen in jedem Fall, in diesem Dialog das Angebot von Nlite konsequent auszuschöpfen (Punkt 1)

Um Nlite nutzen zu können, benötigen Sie das Microsoft .NET Framework 2.0. Falls es unter „Systemsteuerung, Software“ nicht oder in der älteren Version 1.1 aufgelistet ist, müssen Sie es installieren. Erst dann lässt sich Nlite einrichten. Dazu starten Sie einfach nLite-1.4.5.installer.exe und folgen den Anweisungen. Ist das erledigt, können Sie das Tool aufrufen und sich eine maßgeschneiderte Windows-CD zusammenstellen.

Nachdem Sie im ersten Dialog des Tools die gewünschte Sprache (zum Beispiel Deutsch) gewählt und auf „Weiter“ geklickt haben, werden Sie im nächsten Dialog aufgefordert, die Installations-CD auszuwählen. Klicken Sie dazu auf „Suchen“, und markieren Sie das Laufwerk, in dem Ihre Windows-CD liegt (2000, XP oder 2003). Nlite kopiert den Inhalt der CD in ein zuvor angelegtes Zielverzeichnis und erstellt dort die Konfigurationsdateien „Letzte Session.INI“ und „Letzte Session_u.INI“. Diese INI-Dateien sorgen dafür, dass Sie nicht für jede neu angelegte CD alles neu einstellen müssen. Hat Nlite die Setup-CD kopiert und das enthaltene System erkannt, klicken Sie auf „Weiter“. Im nächsten Dialog können Sie eine Reihe von Aufgaben auswählen, die das Tool abarbeiten soll. Markieren Sie hier am besten alles, und klicken Sie auf „Weiter“.

Absichern: System-Updates einbinden

Das wohl Wichtigste auf einer angepassten Windows-Setup-CD ist, schon bei der Installation möglichst alle Sicherheitslücken zu schließen und somit sofort ein sicheres System starten zu können. Nlite bietet an, die aktuellen Service Packs und Hotfixes zu integrieren. Dabei fordert Sie das Tool zunächst auf, den Pfad zur Setup-Datei des Service Packs anzugeben. Falls Sie diese Datei nicht besitzen, weil Sie das System beispielsweise über die Windows-Update-Funktion aktualisiert haben, dann verwenden Sie am besten unseren pcwUltimateLoader. Er lädt nicht nur das aktuelle Service Pack herunter, sondern auch alle weiteren Sicherheits-Updates, die seitdem erschienen sind. Wie Sie das Tool einsetzen, beschreiben wir hier. Nachdem Sie sich das aktuelle Service Pack besorgt haben, klicken Sie in Nlite auf „Suchen“ und geben den Pfad zur Datei an. Nun bindet das Tool das Service Pack automatisch in die Setup-Dateien ein. Nach dem Abschluss klicken Sie auf „Weiter“.

Im nächsten Dialog können Sie weitere Sicherheits-Updates aufnehmen. Klicken Sie dazu auf „Einfügen“, öffnen Sie den Zielordner von pcwPatchLoader, und wählen Sie alle Sicherheits-Updates aus, die ein einfaches weißes Icon mit blauem Rand haben. Diese Updates erscheinen dann im Nlite-Dialog.

Aufwerten: Zusätzliche Anwendungen einbetten

Anwendungen und Tools: Mit einem Trick binden Sie in den Hotfix-Dialog auch Programme ein, die mitinstalliert werden sollen (Punkt 3)

Mit einem Trick können Sie im Hotfix-Dialog (siehe Punkt 2) zusätzlich beliebige Anwendungen wie Office, Antivir oder Winamp einbinden, um sie später automatisch zu installieren. Dazu müssen Sie allerdings die Installationsdateien der Anwendungen in einer speziellen Art aufbereiten. Dabei werden alle Setup-Dateien einer Anwendung in ein automatisch installierendes CAB-Archiv gepackt.

Wir haben Ihnen die Arbeit abgenommen und stellen Ihnen unter http://www.german-nlite.de/index.php?act=dscript&CODE=viewcat&cat_id=1 fertig aufbereitete Pakete zum Download zur Verfügung, die Sie direkt einbinden können. Beispielsweise finden Sie hier 7-Zip, Adobe Reader, Antivir, Firefox und Microsoft .NET Framework 2.0.

Wer selbst Hand anlegen will: Sie brauchen den Freeware-Packer 7-Zip inklusive Zusatzmodulen, das Tool Cabpack und die Anleitung pcwNliteAddon.HTM aus dem gleichnamigen ZIP-Archiv. Um Pakete in die CD einzubinden, klicken Sie in Nlite ein weiteres Mal auf „Einfügen“ und wählen das Gewünschte aus. Die Pakete erscheinen dann neben den Hotfixes in der Liste. Wenn Sie alles zusammengestellt haben, klicken Sie auf „Weiter“.

Aufbohren: Spezielle Treiber integrieren

Die Option „Treiber Integration“ ist sehr nützlich, wenn Sie Hardware eingebaut haben, für die ein Standard-XP keinen oder nur veraltete Treiber anbietet. Zum Beispiel können Sie hier Treiber für eine moderne Grafikkarte oder S-ATA-Platten einbinden, damit sie bei der Neu-Installation richtig erkannt werden. Alles, was Sie dafür brauchen, ist das Treiberpaket von der Hersteller-Seite, das Sie nach dem Download beispielsweise mit 7-Zip in einen leeren Ordner entpacken. Danach klicken Sie im Nlite-Dialog auf „Einfügen“ und wählen in diesem Ordner die INF-Datei des Treibers aus. Diese Aktion wiederholen Sie, bis alle gewünschten Treiber eingebunden und im Tool aufgelistet sind. Dann klicken Sie auf „Weiter“.

Aussortieren: Unnötige Komponenten entfernen

Räumkommando: Mit diesem Dialog verhindern Sie, dass unnötige Windows-Komponenten auf der Setup-CD landen (Punkt 5)

Unter „Komponenten entfernen“ können Sie Ihr Windows-System zurechttrimmen und überflüssige Komponenten von vorneherein ausklammern. Zunächst wählen Sie in einem Kontroll-Dialog die Funktionen aus, die Sie auf jeden Fall benötigen. Manche Systemkomponenten sind aufeinander angewiesen, und Nlite verhindert nach dieser Vorauswahl, dass versehentlich abhängige und erwünschte Komponenten entfernt werden. Nachdem Sie die gewünschten Funktionen über die jeweiligen Klickboxen aktiviert haben, klicken Sie auf „OK“.

Nun markieren Sie im Auswahl-Dialog einzelne Komponenten, die Sie ausklammern möchten, indem Sie die Klickboxen daneben aktivieren. Die verfügbaren Funktionen sind grob in Kategorien eingeordnet. Wenn Sie zum Beispiel den Windows Messenger deaktivieren möchten, setzen Sie einen Haken in die Klickbox neben „Netzwerk, Windows Messenger“. In derselben Kategorie können Sie auch den Browser „MSN Explorer“ und das Konferenz-Tool „Netmeeting“ ausschließen, unter „Multimedia“ unter anderem den „Windows Media Player“. Wenn Sie nicht genau wissen, was die Aufgabe einer bestimmten Komponente ist, markieren Sie sie zunächst – dann erscheint in der rechten Fensterhälfte eine kurze Beschreibung. Nachdem Sie alle Komponenten markiert haben, die Sie nicht brauchen, klicken Sie auf „Weiter“.

Automatisieren: System unbeaufsichtigt installieren

Seriennummer und Admin-Kennwort: Einige Angaben sind nichts für fremde Augen. Dafür läuft das Setup später kommentarlos durch (Punkt 6)

Zu den Kern-Kompetenzen einer Susi-Sorglos-Setup-CD gehört natürlich, dass das System automatisch installiert wird. Andernfalls müssten Sie trotzdem vor dem Rechner sitzen und periodisch auf „OK“ klicken. Genau das verhindert die Nlite-Option „Unbeaufsichtigte Installation“. Auf der Registerkarte „Info“ geben Sie zunächst den groben Grad der Automatisierung an – bei der Stufe „FullUnattended“ verzichtet das Setup auf jegliche interaktive Fragen.

Öffnen Sie dann die Registerkarte „Allgemein“. Tragen Sie hier die Seriennummer der Windows-Installation ein. Daneben können Sie optional den Programmpfad (meist C:\Programme) abändern. Wählen Sie unter „Desktop-Themes“ die Option „Klassisches Theme“, um die typische XP-Optik abzuschalten. Alle weiteren Parameter auf dieser Registerkarte können Sie im voreingestellen Zustand belassen. Wechseln Sie nun auf die Registerkarte „Benutzer“. Hier können Sie Ihrem zukünftigen Administratorkonto, wenn gewünscht, einen anderen Namen und ein Kennwort zuweisen.

Achtung: Das Administratorkennwort und die Seriennummer werden im Klartext in die Datei Letzte Session_u.INI geschrieben. Sorgen Sie also dafür, dass keine Unbefugten diese Datei zu Gesicht bekommen. Auf der Registerkarte „Netzwerk“ sollten Sie Computername, Arbeitsgruppe und Domäne eintragen, falls sich der Rechner in einem lokalen Netzwerk befindet. Setzen Sie ferner auf der Registerkarte „Regional“ die korrekte Spracheinstellung und Zeitzone für das System.

Gehen Sie auf die Registerkarte „RunOnce“. Hier können Sie Anwendungen angeben, die nach der Installation einmalig automatisch ausgeführt werden sollen. Beispielsweise lässt sich ein Script aufrufen, das weitere persönliche Einstellungen im System setzt.

Um Bildschirmauflösung, Farbtiefe und Wiederholfrequenz voreinzustellen, öffnen Sie die Registerkarte „Anzeige“ und passen dort die Parameter an. Beispielsweise können Sie 1024 x 768 Bildpunkte, 32 Bit und 100 Hz angeben. Achten Sie darauf, dass Ihre Hardware diese Einstellungen tatsächlich unterstützt.

Nach einem Klick auf „Weiter“ können Sie noch einige Installationsdetails anpassen. Zum Beispiel lässt sich der klassische schwarze Hintergrund aktivieren, der Ressourcen spart. Praktisch ist die Option, den Hauptordner der Profil-Verzeichnisse vom unhandlichen „Dokumente und Einstellungen“ beispielsweise auf „Profile“ abzuändern. Ein Klick auf „Weiter“ beendet die Konfiguration der automatischen Installation.

Anpassen: Tweaks für System und Desktop

Angepasstes Outfit: Was Sie hier einstellen, können Sie sich später sparen. So sieht Windows gleich nach der Installation funktional aus (Punkt 7)

Gut ist ein System, wenn es an Ihre Bedürfnisse angepasst ist. Im „Tweaks“-Dialog können Sie dazu einige Systemdateien patchen lassen. Setzen Sie beispielsweise die Anzahl gleichzeitiger TCP/IP-Verbindungen auf „50“, so wird die Tcpip.SYS gepatcht und damit die Begrenzung auf maximal „10“ gleichzeitige Verbindungen unter XP SP 2 aufgehoben. Das ist vor allem praktisch, um Filesharing zu beschleunigen. Ebenfalls praktisch: Sie können dafür sorgen, dass Windows unsignierte Themes unterstützt. Dabei wird die Uxtheme.DLL so verändert, dass sie die Nicht-Microsoft-Themes etwa von www.themexp.org akzeptiert. Den Systemdateien-Schutz Sfc_Os.DLL sollten Sie nur patchen, wenn Sie sich sicher sind, auf den Schutz verzichten zu können.

Ein Klick auf „Weiter“ öffnet einen unfangreichen Konfigurationsdialog. Die angebotenen Einstellungen sind in grobe Kategorien unterteilt. Beispielsweise bestimmen Sie hier zu großen Teilen das Aussehen und das Verhalten von Explorer, Taskleiste, Startmenü, Kontextmenüs und Internet Explorer. Somit erhalten Sie gleich nach der Installation ein ansehnliches System, auf dem Sie kaum mehr etwas nachjustieren müssen. Nach einem erneuten Klick auf „Weiter“ hat Nlite alle Infos, die es braucht.

Abschließen: Bootfähiges ISO-Image brennen

Endspurt: Nlite verarbeitet alle Informationen und schnürt ein bootfähiges CD/DVD-Image für Ihren Brenner (Punkt 8)

Damit aus all den gesammelten Informationen ein bootfähiges CD-Image entsteht, bindet Nlite im entscheidenden letzten Dialog „Bootfähiges ISO-Image“ die ausgewählten Hotfixes und Anwendungen in die Setup-Dateien ein, entfernt überflüssige Komponenten, patcht die einschlägigen Systemdateien, verarbeitet die Einstellungen, integriert die Treiber und packt die Datei Driver.CAB neu. Das ist eine ganze Menge Arbeit und kann deshalb je nach System bis zu einer Viertelstunde dauern. Über den Stand der Dinge hält Sie der Fortschrittsbalken auf dem Laufenden. Ist der Balken komplett, klicken Sie wieder auf „Weiter“.

Bevor aus dem Nlite-Zielverzeichnis ein bootfähiges CD/DVD-Image geschnürt wird, können Sie noch weitere Dateien und Ordner in das Image einbinden. Dazu gehen Sie auf „Durchsuchen“ und kopieren die gewünschten Dateien und Ordner einfach in das Nlite-Zielverzeichnis. Danach klicken Sie auf „Create ISO“, und das Image wird angelegt. Dieses Image können Sie danach je nach Größe entweder auf CD oder auf DVD brennen. Mit Nero 6 zum Beispiel geht das folgendermaßen: Nach dem Aufruf von Nero klicken Sie im Dialog zum Anlegen einer neuen Zusammenstellung auf „Abbrechen“, wählen „Rekorder, Image brennen“, suchen dann das ISO-Image heraus und gehen auf „Öffnen“. Nun sollten Sie noch die CD-Brenngeschwindigkeit auf 10x herabsetzen, was Brennfehler und damit Bootprobleme des gebrannten Mediums zu vermeiden hilft. Ein Klick auf „Brennen“ erledigt alles Weitere. Wenn Sie Ihren Rechner später mit der angefertigten CD/DVD starten, werden das System und alle darin enthaltenen Anwendungen vollkommen automatisch installiert – bequemer geht’s nicht. Nur am „Aktivieren“ kommen Sie nicht vorbei ... Unformatierten Text hier einfügen