Windows XP: Umzug auf neue PCs mit PATA-Adapter

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Sie haben einen neuen PC gekauft oder wollen die Hauptplatine in Ihrem bisherigen PC austauschen. Im neuen Gerät soll statt der bisherigen PATA- (Parallel-ATA/IDE) eine SATA-Platte (Seriell-ATA) oder ein SATA-Raid zum Einsatz kommen. Wir zeigen, wie Sie die komplette Konfiguration auf den neuen Rechner übernehmen, ohne Windows und alle Anwendungen neu zu installieren.

Der Windows-Umzug auf einen anderen Rechner ist eigentlich nicht vorgesehen. Denn wenn es nach Microsoft geht, sollen Sie in diesem Fall Windows nebst Anwendungen neu installieren. Wer jedoch zahlreiche Programme besitzt, steht dann vor einer mühseligen Aufgabe.

Ein Umzug lässt sich in der Regel aber problemlos bewältigen, wenn auch der neue PC PATA beherrscht (wenn nicht, lesen Sie den Artikel Windows XP: Umzug auf neue PCs ohne PATA-Adapter. Denn Treiber für diese Schnittstelle bringt XP schon mit.

Eine einfache Kopie des Systems auf die SATA-Platte genügt nicht, da hier die Treiber fehlen und Windows nicht starten würde. Die Vorbereitungen und das eigentliche Kopieren nehmen zwar einige Zeit in Anspruch, aber deutlich weniger als eine Neuinstallation. Und so geht's:

SATA-Treiber: Damit das Bart PE XP-System die Platte am SATA-Controller findet, müssen Sie die Treiberdateien in einem Ordner im Verzeichnis „SCSIAdapter“ ablegen

1. Erstellen Sie von Ihrer bisherigen Festplatte eine Sicherungskopie oder legen Sie wenigstens ein Backup Ihrer Daten an. Damit Sie später keine unnötigen Dateien kopieren müssen, deinstallieren Sie nicht mehr benötigte Programme und räumen Sie die temporären Verzeichnisse auf.

2. Laden Sie sich von Hersteller der Hauptplatine den für Ihren SATA-Adapter passenden Treiber herunter oder suchen Sie diesen auf der Treiber-CD aus dem Lieferumfang. Sie benötigen einen Treiber, der sich auch über eine Diskette bei der XP-Installation einbinden lässt. Das Treiberpaket besteht mindestens aus einer INF- und einer SYS-Datei.

3. Erstellen Sie eine Notfall-CD oder einen USB-Stick mit Bart PE (auf CD/DVD). Darüber lässt sich das System am einfachsten auf die neue Platte kopieren. Eine ausführliche Anleitung dazu finden Sie unter Bart PE PCW Edition 2.

4. Damit Bart PE die SATA-Platte erkennt, kopieren Sie die Treiber-Dateien (-> Schritt 2) in einen eigenen Odner (mit beliebigem Namen) in das Verzeichnis „\pebuilder\drivers\SCSIAdapter“.

5. Bauen Sie jetzt die Platte mit dem bisherigen Betriebssystem in den neuen PC ein und schließen Sie auch die SATA-Platte an. Kontrollieren Sie beim ersten Start im Bios, ob der AHCI-Modus (Advanced Host Controller Interface) aktiv ist. Nur dann erhalten Sie optimale Leistung. Wenn Sie zwei SATA-Platten und einen Raid-Adapter besitzen, können Sie jetzt auch noch ein Raid 0 (maximale Geschwindigkeit) oder Raid 1-Array (mehr Sicherheit) einrichten.

6. Starten Sie Windows von der PATA-Platte. Das System erkennt die neuen Hardware-Komponenten und richtet die nötigen Treiber ein. Wenn Sie dazu aufgefordert werden, legen Sie die Treiber-CD des Hauptplatinen-Herstellers ein. Danach ist auch die SATA-Platte im Explorer beziehungsweise Geräte-Manager sichtbar. Über „Computerverwaltung, Datenträgerverwaltung“ legen Sie hier die gewünschten Partitionen an und formatieren diese mit dem Dateisystem NTFS.

7. Booten Sie den PC von der Bart PE-CD (-> Schritt 3) und rufen Sie den Total-Commander auf. Kopieren Sie alle Verzeichnisse von der alten auf die neue Festplatte. Aktivieren Sie dabei die Klickbox vor „Kopiere NTFS-Permissions“. Wichtig: Wenn sowohl der Ordner „Program Files“ als auch „Programme“ vorhanden ist, kopieren Sie zuerst den Ordner „Programme“. Nur dann erhält dieser auch den DOS-Kurznamen „Progra~1“, der intern immer noch von einigen Anwendungen verwendet wird.

8. Gehen Sie auf „Go, Speicher, Diskpart“. Geben Sie „select disk 0“, „select partiton 1“,. „Active“ ein (jeweils gefolgt von <Enter>), um die erste Partition auf der ersten Festplatte bootfähig zu machen. Wenn Windows auf einer anderen Platte beziehungsweise Partition liegt, müssen Sie die Werte entsprechend anpassen.

9. Starten Sie Regedit.exe, klicken Sie auf „Hkey_Local_Machine“, gehen Sie auf „Datei, Struktur laden“ und öffnen Sie die Datei „SYSTEM“ aus dem Verzeichnis „system32\config“ der SATA-Platte. Im Dialog „Struktur laden“ geben Sie hinter Schlüsselname „Z“ ein. Danach erreichen Sie den System-Zweig der Registry über „Hkey_Local_Machine\Z“. Benennen Sie den Schlüssel „MountedDevices“ beispielsweise in „ MountedDevices.bak“ um. Windows schreibt diesen Schlüssel dann beim ersten Start neu und weist der Windows-Partition den Laufwerksbuchstaben „C:“ zu. Gehen Sie auf „Datei, Struktur entfernen“ und fahren Sie den Rechner herunter.

10. Bauen Sie die alte Platte aus, starten Sie den PC von der Windows Installations-CD und rufen Sie die Wiederherstellungskonsole auf. Führen Sie nacheinander die Befehle „fixmbr“, „fixboot“ und „bootcfg /rebuild“ aus (Weitere Infos zur Wiederherstellungskonsole finden Sie unter XP-Reparatur.

Sie können den PC jetzt von der neuen SATA-Platte starten. Aufgrund der umfangreichen Hardware-Änderungen fordert Windows Sie nach der Anmeldung zu einer erneuten Aktivierung auf, die Sie über das Internet oder telefonisch durchführen müssen.