WLAN einrichten und verschlüsseln
Aus PC-WELT-Wiki
Ein drahtloses Netzwerk ist etwas aufwendiger einzrichten als ein kabelgebundenes. Wir beschreiben wieder das Vorgehen unter XP. Was bei Vista anders läuft, lesen Sie unter Netzwerk unter Vista einrichten
Achtung: Die IP-Adressen für Ihre drahtlosen Netzwerkkomponenten vergeben Sie genau so wie beim Installieren eines kabelgebundenen LAN.
Hardware installieren: Die meisten drahtlosen Netzwerke im häuslichen Bereich basieren auf einem zentralen WLAN-Router, der die Kommunikation der angeschlossenen PCs und Peripheriegeräte steuert. Sie richten ihn am besten mit den Netzwerk-Assistenten unter Windows XP und Vista ein. Zunächst müssen Sie die Funkverbindung zwischen dem Router und dem Client herstellen, also dem Rechner. Fehlt Ihrem Rechner ein integriertes WLAN-Modul, installieren Sie eine Zusatzkarte oder besser einen WLAN-USB-Stick. Achten Sie darauf, dass der Stick vom gleichen Hersteller kommt wie der WLAN-Router. Dies erleichtert die Installation und kann sogar Geschwindigkeitsvorteile bei der Datenübertragung bringen.
Tipp: Um Ihr WLAN zukunftssicher zu machen, sollten Sie auf jeden Fall einen Router mit dem neuen WLAN-Funkstandard 802.11n kaufen, der den Datenaustausch mit deutlicher höherer Geschwindigkeit und besserer Reichweite erlaubt als der derzeitige Standard 802.11g. Zwar handelt es sich noch um einen Vorab-Standard (Draft-N genannt), aber die aktuelle Version 2.0 ist stabil und wird sich per Firmware-Update auf die endgültige Version aufrüsten lassen.
WLAN installieren und einrichten: Klicken Sie nach der Installation der WLAN-Komponenten unter „Systemsteuerung, Netzwerkverbindungen, drahtlose Netzwerkverbindung“ auf „Netzwerkliste aktualisieren“. Jetzt sollte der Name Ihres WLANs erscheinen. Zur Konfiguration klicken Sie auf „Verbinden“.
Es empfiehlt sich, schon vor dem detaillierten Einrichten des Routers Firmware und Treiber auf den neuesten Stand zu bringen, denn das kann Tempovorteile bringen. Im nächsten Schritt sollten Sie die Herstellereinstellungen Ihres neuen Routers verändern. Lassen Sie diese Standardkonfiguration unangetastet, braucht ein potenzieller Angreifer nicht lange zu raten, um in Ihr Netz einzudringen.
Achtung: Viele Hersteller verschlüsseln ihre Router inzwischen von Haus aus. Um auf das Gerät zuzugreifen, brauchen Sie dann den dazugehörigen Schlüssel. Er befindet sich im Lieferumfang, meist auf einem Aufkleber unten am Gehäuse.
Am besten konfigurieren Sie Ihren Router über einen Internet-Browser. Dazu geben Sie die IP-Adresse des Routers an, die Sie im Handbuch des Geräts finden. In der damit aufgerufenen Installationsroutine sollten Sie als Erstes ein Passwort definieren oder das voreingestellte Passwort austauschen. Danach ändern Sie die Standard-Netzwerkkennung SSID (Service Set Identifier), die der Router aussendet. Diese neue SSID müssen Sie danach auf allen Rechnern, die mit dem Router in Kontakt treten sollen, eingeben. Zuletzt sollten Sie die SSID für andere unsichtbar machen, indem Sie die Option „SSID nicht senden“ aktivieren. Unter XP teilen Sie Ihrem Rechner die neue SSID über „Netzwerkverbindungen, Drahtlose Netzverbindung“ unter Eigenschaften, Drahtlosnetzwerke, Hinzufügen, Netzwerkname“ mit.
WLAN verschlüsseln: Nachdem Sie die Grundeinstellungen des Routers korrigiert haben, sollten Sie Ihr WLAN verschlüsseln. Wenn Sie das nicht tun, sind Ihr Netz und damit Ihre Daten innerhalb des Sendegebietes für Jedermann frei einseh- und nutzbar. Wenn das Gerät von Haus aus verschlüsselt war, sollten Sie den Schlüssel ändern.
Für Ihr WLAN zu Hause ist die WPA-Verschlüsselung am sinnvollsten. Nur wenn nicht alle ins Netz integrierten Geräte diesen Standard unterstützen, sollten Sie auf den WEP-Schlüssel zurückgreifen, der aber mit relativ geringem Aufwand zu knacken ist.
Rufen Sie via Internet-Browser per IP-Adresse des Routers die Installationsroutine auf, und aktivieren Sie die Option – beispielsweise „WPA-Schlüssel einschalten“. Danach geben Sie ein über 20 Zeichen langes Passwort ein. Dieses Passwort teilen Sie jetzt den im WLAN aktiven Rechnern mit. Dazu gehen Sie in „Drahtlose Netzwerkeigenschaften“ auf „Netzwerkauthentifizierung“. Hier wählen Sie „WPA“. Zuletzt geben Sie unter „Netzwerkschlüssel“ dasselbe vorher im Router generierte Passwort ein.
WLAN tunen
Nachdem Sie Ihr Netzwerk nun bestmöglich vor dem Zugriff Unbefugter geschützt haben, sollten Sie die Übertragungsrate und Sendequalität Ihres neuen WLANs testen. Platzieren Sie dazu Ihre stationären Clients an den Orten in Haus und Wohnung, an denen sie auch zum Einsatz kommen. Ein Notebook stellen Sie dort auf, wo Sie es normalerweise benutzen. Überprüfen Sie nun die Übertragungsrate und Sendequalität Ihres WLANs an den einzelnen Geräten. Im besten Fall sind alle Geräte mit dem Router in guter Verbindung. Hierfür überprüfen Sie die Signalqualität, die Sie als Balkenanzeige im „Status“ Ihres WLANs finden. Wenn Sie’s ganz genau wissen wollen, sollten Sie auf die Tools zurückgreifen, die die Hersteller ihren Routern beilegen. Sie geben detailliert Auskunft über die Qualität Ihres drahtlosen Netzwerks.
Router richtig platzieren: Der wichtigste Punkt für eine optimale Sendeleistung im WLAN ist der Standort des zentralen Routers. Platzieren Sie das Gerät möglichst im Zentrum der Clients, und probieren Sie mehrere Standorte aus. Ein hochgelegener Platz, der nicht durch Möbel, Vorhänge oder andere Gegenstände verstellt ist, bringt meist das beste Ergebnis. Am meisten schirmen Wände die Funkwellen ab.
Antennen-Tuning: Experimentieren Sie mit der Ausrichtung der Antennen, bis Sie das beste Ergebnis erzielen. Diverse Router, besonders die neuen 802.11n-Modelle, haben mehrere Antennen, durch die Sie den Winkel, in dem die Funkwellen abgestrahlt werden, gut steuern können. Wenn Sie einen WLAN-Router mit SMA-Antennenanschluss besitzen, können Sie die Herstellerantenne entfernen und durch eine leistungsstarke Rund- oder gar Richtfunk-Antenne ersetzen. Mit solchen Geräten lässt sich die Reichweite oft verdoppeln.
Kanal wechseln: Funken in der Nähe Ihres WLANs noch andere drahtlose Netze, kann es zu Störungen durch Kanalüberschneidungen kommen. 802.11g-WLANs beispielsweise senden auf einem von 13 Kanälen. Um Störungen mit anderen WLANs zu vermeiden, sollten Sie Ihr Netz auf einen Kanal legen, dessen Nummer möglichst weit von denen der anderen Netze entfernt ist. Dabei hilft Ihnen das Tool, das dem Router beiliegt.
Firmware und Treiber aktualisieren: Auch eine Aktualisierung auf die neueste Firmware oder einen moderneren Treiber kann das Tempo erhöhen. Falls Sie noch kein Update vorgenommen haben, können Sie es jetzt damit versuchen. Bei manchen Geräten führt das Aufspielen der neuen Firmware allerdings dazu, dass der Router auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt wird.
Access Point integrieren: Helfen alle Bordmittel nichts, um Funklöcher zu stopfen oder die Übertragungsrate auf eine vernünftige Höhe zu bringen, müssen Sie die Reichweite Ihres WLANs über zusätzliche Hardware verbessern. Dazu installieren Sie an strategisch günstigen Orten Access Points oder Range Expander. Diese kleinen Kästen empfangen die Funksignale vom Router, verstärken sie und leiten sie an den Client weiter. Um solche Reichweitenverlängerer einsetzen zu können, müssen Router und Access Point WPS (Wireless Distribution System) beherrschen. Die Installation der zusätzlichen Geräte erfolgt über das Installationsmenü des Routers, das Sie per IP-Adresse des Routers über einen Web-Browser aufrufen.


