Virtualisierung/VMware Server einrichten

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Inhaltsverzeichnis

Schritte zum virtuellen PC

Ein virtueller PC ist ideal, um zum Beispiel andere Betriebssysteme oder neue Software gefahrlos auszuprobieren. Wir erklären, wie Sie den VM-Ware Server einrichten und nutzen.

VMware Server ist zur Zeit das Produkt, das sich für die meisten Anwender am besten eignet: Die Software von VMware ist kostenlos, lässt sich schnell einrichten und komfortabel bedienen. Vom Namensbestandteil „Server“ sollten Sie sich nicht irritieren lassen. Sie bedienen das Programm auf Ihrem PC ähnlich wie die Desktop-Produkte VMware Player oder VMware Workstation. VMware Server enthält zusätzliche Funktionen für die Nutzung über ein Netzwerk, die Sie aber nicht verwenden müssen. Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung führt Sie durch alle Stationen – von der Installation der Software bis zum Einsatz des virtuellen Rechners.


Den VMware Server installieren

VMware Server: Über die VMware Server Console richten Sie die virtuellen System ein

Das englischsprachige Installationspaket – eine deutschsprachige Version gibt es bisher nicht – finden Sie unter http://www.vmware.com/products/server (etwa. 145 MB). In jedem Fall müssen Sie sich auf der Website des Herstellers kostenlos registrieren. Sie erhalten dann eine Seriennummer per Mail.

Assistent hilft: Starten Sie die EXE-Datei, und folgen Sie den Anweisungen des Assistenten. Wenn Sie den Microsoft Webserver (IIS – Internet Information Server) nicht auf Ihrem PC eingerichtet haben, bekommen Sie eine informative Meldung. Diese können Sie mit „OK“ bestätigen und danach mit der Installation fortfahren. Den Webserver benötigen Sie nur, wenn Sie VMware Server über ein Netzwerk verwalten wollen. Für den Einsatz auf einem Einzelplatz-PC ist diese Funktion nicht erforderlich. Bei Bedarf können Sie sie nach dem Einrichten des IIS nachrüsten, indem Sie das VMware-Installationsprogramm erneut aufrufen.

Kein Autorun: Das Installationsprogramm bietet Ihnen außerdem an, „Autorun“ für CD/DVD-Laufwerke zu deaktivieren. Sie sollten diesen Vorschlag akzeptieren, da es sonst zu Konflikten zwischen Host-System (Ihr eigentlicher PC) und Gast-System (virtueller PC) beim gleichzeitigen Dateizugriff auf das Laufwerk kommen kann.

Seriennummern: Zuletzt müssen Sie noch die Seriennummern eintragen, die Sie per Mail von VMware erhalten haben, und mit „Enter“ bestätigen. Wenn Sie auf „Skip“ klicken, wird die Installation auch ohne Seriennummer abgeschlossen. Sie müssen diese dann aber nach dem Start des Programms angeben.

Der erste Start von VMware Server

Das Installationsprogramm legt standardmäßig eine Verknüpfung mit dem Namen „VMware Server Console“ auf dem Desktop und im Start-Menü unter „Programme, VmWare, VMware Server“ an. Wenn Sie das Programm darüber starten, erscheint ein Fenster, in dem Sie zwischen den Optionen „Local host“ (Ihr Rechner) oder „Remote host“ (entfernter Rechner) wählen können. In der Regel wählen Sie hier „Local host“, es sei denn, Sie wollen auf einen anderen PC mit VMware Server über das Netzwerk zugreifen. In diesem Fall geben Sie den Namen des Rechners oder seine IP-Nummer sowie Ihren Benutzernamen und Ihr Kennwort ein.

Einen virtuellen PC konfigurieren

Im Fenster „Local host – VMware Server Console“ klicken Sie auf „File, New, Virtual Machine“, um ein neues Gast-System einzurichten. Ein Assistent unterstützt Sie bei dieser Aufgabe.

Vorgaben übernehmen: Im ersten Dialog ist nichts einzustellen. Klicken Sie einfach auf „Weiter“. Im zweiten Dialog belassen Sie in der Regel die Vorgabe „Typical“. Bei „Custom“ fragt Sie der Assistent nach Details der Konfiguration, an denen Sie aber meist keine Änderungen vornehmen müssen.

Gast-System festlegen: Danach wählen Sie das Betriebssystem für den Gast aus. Bei Windows beispielsweise stehen Ihnen alle Versionen von 3.1 über 98 bis Vista zur Verfügung. Die Unterstützung für Letzteres ist in der bei Redaktionsschluss vorliegenden Version 1.0.1 build-29996 noch als „experimentel“ gekennzeichnet. Damit ist nicht garantiert, dass sich Vista problemlos einrichten lässt und ohne Fehler läuft. Neben Windows haben Sie die Wahl zwischen mehreren Linux-Varianten, Novell Netware 4 bis 6, Sun Solaris 9 und 10 sowie MS-DOS und Free-BSDB (unter „other“).

Name und Pfad: Tragen Sie unter „Virtual Machine Name“ einen aussagekräftigen Namen für den virtuellen PC ein. Unter „Location“ steht standardmäßig der Pfad „C:\Virtual Machines“. Wenn Sie auf dieser Platte genug Platz haben, können Sie es dabei belassen. Andernfalls geben Sie den Pfad zu einem vorhandenen Verzeichnis auf einer anderen Festplatte oder Partition ein. Alternativ wählen Sie ihn über die Schaltfläche „Browse“. Netzwerk: Im Dialog „Network Type“ sehen Sie vier Optionen. Ist im Netz beispielsweise ein DSL-Modem mit automatischer Adressvergabe (DHCP) vorhanden, belassen Sie die erste Einstellung. Was die Optionen im Einzelnen bewirken, erklären wir hier.

Virtuelle Platte: Stellen Sie die Größe für das Festplatten-Abbild (auch Image genannt) ein. Wählen Sie hier besser einen größeren Wert (10 GB oder mehr), wenn Sie genug Platz auf Ihrer echten Festplatte haben. Die virtuelle Platte lässt sich nachträglich nicht mehr ohne weiteres vergrößern. Falls der Platz später knapp wird, können Sie aber jederzeit weitere virtuelle Platten hinzufügen.

Die Vorgabe „Allocate all disk space now“ sollten Sie, wenn möglich, übernehmen. Das Festplatten-Abbild belegt dann zwar sofort den zugewiesenen Platz auf der Platte, ihre Leistung steigt dadurch aber deutlich. Wenn Sie diese Klickbox deaktivieren, erzeugt VMware nur ein Abbild minimaler Größe. Abhängig vom Platzbedarf des Gast-Systems kann es bis zur Maximalgröße wachsen, die Sie vorher festgelegt haben. Ist die Klickbox vor „Split disk into 2 GB files“ aktiv, teilt VMware das Abbild in 2-GB-Häppchen auf. Das kostet ebenfalls Leistung und ist nur auf Partitionen mit einer Beschränkung der Dateigröße erforderlich (FAT16 oder FAT32). Bei NTFS-Partitionen (Standard bei Windows 2000, XP und Vista), lassen Sie die Klickbox daher deaktiviert.

Abschließen: Nach einem letzten Klick auf „Fertig stellen“ erzeugt der Assistent das Festplatten-Abbild, erstellt die Konfigurationsdatei (VMX-Datei) für den neuen virtuellen PC und legt eine Verknüpfung unter „Inventory“ im linken Bereich des Fensters an.

Den virtuellen PC starten und nutzen

Leistung verbessern: Installieren Sie auf jeden Fall die VMWare Tools. Die enthaltenen Treiber für Maus und Grafik sorgen im Gast-System für leichtere Bedienung und optimale Leistung

Legen Sie das Medium mit dem zu installierenden Betriebssystem in das CD/DVD-Laufwerk. Wählen Sie einen virtuellen PC unter „Inventory“ Aus, und klicken Sie auf die grüne Schaltfläche („Power on“).

Gast-System installieren: Innerhalb von VMware Server verhält sich ein virtueller PC genau wie andere PCs. Beim Start sehen Sie die Bios-Meldungen, und der PC bootet vom CD-Laufwerk, denn auf der virtuellen Festplatte ist ja noch kein System vorhanden. Danach installieren Sie das gewünschte Betriebssystem wie gewohnt. Für Microsoft-Systeme im neuen Zweit-PC benötigen Sie eine eigene Lizenz, Windows XP und Vista müssen Sie außerdem aktivieren. Bei Linux gibt es diese Einschränkungen natürlich nicht.

Treiber einrichten: Nach Installation des Gast-Systems sollten Sie über „VM, Install VMware Tools“ auf jeden Fall die Tools und angepassten Treiber einrichten. Nur dann läuft ein System in der Virtualisierung optimal. Unter anderem ist der Mauszeiger ohne die VMware Tools innerhalb des VMware-Fensters gefangen. Sie müssen <Strg>-<Alt> drücken, um ihn herausbewegen zu können.

Gast-System bedienen: Ein Gast-System läuft innerhalb von VMware Server in einem Fenster. Darin bedienen Sie das Gast-System wie gewohnt. Über das Icon „Full Screen“ in der Symbolleiste schalten Sie in die Vollbild-Darstellung und mit <Strg>-<Alt> wieder zurück. Wenn Sie das System nicht mehr benötigen, fahren Sie es herunter. Oder Sie verwenden die Schaltfläche „Suspend“ für den Ruhemodus. Mit „Resume“ aktivieren Sie es wieder.


VMware: Netzwerk-Optionen

Beim Einrichten eines virtuellen PCs stehen Ihnen drei Netzwerk-Typen zur Verfügung. Was Sie hier wählen müssen, hängt von der Art der Internet-Anbindung ab.

„Use bridged networking“: Mit dieser Standardvorgabe verhält sich der virtuelle PC im Netz wie ein eigenständiger PC mit eigener Netzwerkkarte. Im Netz muss sich für die Internet-Verbindung beispielsweise ein DSL-Modem, ein Switch, ein Access Point oder ein PC („Internetverbindungsfreigabe“) vorzugsweise mit automatischer Vergabe von IP-Nummern per DHCP befinden. Ihr Gast-System konfigurieren Sie entsprechend den Einstellungen der anderen PCs im Netzwerk.

„Use network address translation (NAT)“: Ist diese Option aktiv, teilen sich Host- und Gast-Rechner die Netzverbindung. Die virtuelle Maschine bekommt ihre IP-Nummer vom VMware DHCP-Server, ist vom übrigen Netzwerk aus nicht erreichbar und kann eine vom Host-PC aufgebaute Internet-Verbindung (DSL, ISDN, Modem) mitbenutzen.

„Use host-only networking“: Mit dieser Einstellung können Sie nur zwischen Host- und Gast-System eine Netzwerkverbindung aufbauen, beispielsweise für den Datenaustausch. Eine Verbindung des Gast-Systems über den Host zum Internet ist nicht möglich.