Multiboot

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So booten Sie alles


Im Ernstfall zeigt sich, wie wertvoll ein gut ausgestatteter Notfallkoffer ist. Wir zeigen Ihnen, wie Sie eine CD oder DVD mit allen wichtigen Tools erstellen - bequem mit Hilfe von Tools oder ganz individuell. Damit haben Sie schnell wieder ein funktionierendes System.

Wenn es Probleme gibt, zeigen sich Windows 2000 und XP nicht besonders anwenderfreundlich. Von Haus aus stehen nur die mager ausgestattete Wiederherstellungskonsole und die Reparaturinstallation zur Verfügung. Im Ernstfall reichen die Tools des Betriebssystems oft nicht aus - nützlich im Notfall wäre etwa eine Scheibe, die unter anderem gleich Partitionierungs-Software, Backup-Programm und Virenscanner bereitstellt.

Wenn Sie mehrere Rechner mit unterschiedlichen Betriebssystemen betreuen, müssen Sie oft erst mühsam CDs und Disketten zusammensuchen oder auf einem anderen PC neu erstellen. Extrem hilfreich wäre hier eine multifunktionale Scheibe, auf der neben den Installationsdateien und Dienstprogrammen auch wichtige Backups, Treiber und Service Packs enthalten sind. Oder noch besser: eine CD, die nicht nur die Reparaturfunktionen, sondern gleich die Installationsroutinen mehrerer Betriebssysteme starten kann.

Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Wunsch-CD oder -DVD mit allen Tools zusammenstellen, die für Sie wichtig sind. Im ersten Teil stellen wir Ihnen Programme vor, mit deren Hilfe sich Multiboot-CDs ohne großen Aufwand herstellen lassen. Im zweitem Abschnitt zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie selbst ein CD-Bootmenü individuell gestalten und Systeme darüber starten können. Dazu sind allerdings gute Systemkenntnisse erforderlich.

CD oder DVD? Wenn wir hier von „CD“ sprechen, meinen wir immer CD und DVD. Die Kapazität mag sich zwar unterscheiden - beim Booten verhalten sich jedoch beide Medien im Prinzip gleich.

Images: Die meisten der hier erwähnten Tools besitzen selbst keine Brennfunktion und erstellen nur ein ISO-Image. Aus diesem erzeugen Sie dann mit Ihrem Brennprogramm die bootfähige CD. In Nero Burning ROM beispielsweise laden Sie das Image über „Rekorder, Image brennen“ und brennen dann die CD wie gewohnt.

Mit Tools zur Boot-CD

Eigentlich ist schon das Erstellen einer einfachen, individuell angepassten Boot-CD etwa für Windows XP keine leichte Aufgabe. Doch einige freundliche Programmierer haben sich die Mühe gemacht, geeignete Assistenten zu entwickeln. Mit deren Hilfe sind es nur wenige Klicks bis zum fertigen CD-Image - und Sie brauchen sich nicht selbst darum zu kümmern, dass alle Regeln beachtet werden, die Programme alle Dateien finden und das Medium wirklich bootfähig ist.

Perfektes Notfall-Medium: Mit Bart PE Builder erstellen Sie ein Mini-XP, das Sie von CD booten können (Punkt 1.1)

PE Builder: Mini-Windows-XP auf CD

PE Builder war das erste Tool, mit dem sich ein Mini-Windows-XP bootfertig auf eine nach eigenen Wünschen konfigurierte CD schreiben ließ. Über diese Lösung haben wir schon mehrfach berichtet. Eine ausführliche Anleitung, wie Sie damit das „Bart PE“ genannte System einrichten sowie nützliche Download-Links finden Sie unter http://pcwelt-wiki.de/wiki/Bart_PE_Builder. Das Pionier-Tool von Bart Lagerweij bildet auch die Grundlage für die in diesem Artikel vorgestellten Lösungen.

PE Builder ermöglicht es, Tools von Virenscanner bis zum Web-Browser in eine XP-Boot-CD zu integrieren. Wer für den Notfall nur ein XP in Reserve haben will, für den ist Bart PE die erste Wahl. PE Builder unterstützt von Haus aus nur das Booten von Bart PE. Dieses System lässt sich allerdings in eine Multiboot-CD einbauen (-> Punkt 2.5).

911 Rescue CD: Windows-Setup fast automatisch

Die Spezialität von 911 Rescue CD ist das Erzeugen einer angepassten Installations-CD für Windows 2000/XP/2003 beziehungsweise 98 oder ME. Wenn Sie es wünschen, kann die Installation damit nahezu automatisch ablaufen: Sie können nämlich Informationen wie CD-Key, Benutzername und Netzwerk-Arbeitsgruppe in einem Script ablegen. Zusätzlich lassen sich zahlreiche kostenlose und kommerzielle Tools einbinden.

911 CD Builder: Über einen Assistenten erstellen Sie eine neue XP-Boot-CD, die auch gleich Infos wie Benutzername, CD-Key und Netzwerk-Arbeitsgruppe enthält (Punkt 1.2)

1. Vorbereiten: Nach der Installation gehen Sie zuerst in den Ordner „C:\Programme\911 CD Builder\911_utilities“. Jedes Verzeichnis steht hier für ein Programm, das Sie in die Multiboot-CD einbauen können. In jedem der Ordner liegt eine Datei _build.txt mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung und Download-Adresse für das Tool. Eine komplette Übersicht über alle Programme finden Sie auch unter www.911cd.net/911cd/utils_list. Die bei Redaktionsschluss vorliegende Version des Programms (2.0.6 RC) hat einen Fehler, der unter deutschsprachigen Windows-Versionen das Erstellen der ISO-Datei verhindert. Bevor Sie das Tool verwenden können, müssen Sie daher über die Systemsteuerung und „Regions- und Sprachoptionen“ die Regional-Einstellung auf „Englisch (USA)“ ändern. Wenn Sie Ihre CD fertig zusammengestellt haben, stellen Sie hier wieder „Deutsch (Deutschland)“ ein. Starten Sie über das Windows-Start-Menü „The 911 CD Builder“. Der Assistent leitet Sie durch die nötigen Schritte.

2. Auswählen: Klicken Sie auf „Next“, und aktivieren Sie unter „Select the Contents of the CD“ die Optionen, die Sie verwenden möchten. Wenn Sie nur eine Installations-CD für Windows 2000, XP oder 2003 erstellen möchten, deaktivieren Sie „Microsoft Windows 98/98SE/Me Setup Files“. Die Option „Advanced Tools“ aktivieren Sie nur, wenn Sie die Produkte ERD Commander 2002/2003 oder O&O Bluecon XXL Pro besitzen und einbinden möchten.

3. Die nötigen Dateien: Im nächsten Schritt geben Sie den Pfad zu den Windows-Setup-Dateien an. Das kann etwa der I386-Ordner auf der XP-Installations-CD oder auf der Festplatte sein. Übrigens: Wenn Sie eine XP-CD erstellen wollen, ist SP 2 Voraussetzung. Bei Bedarf können Sie die Dateien einer älteren Installations-CD auch mit einem Service Pack aktualisieren. Dazu aktivieren Sie die Klickbox vor „Integrate Service Pack“ und geben den Pfad zur EXE-Datei mit dem Service Pack an. Klicken Sie dann auf „Next“.

4. Automatik: Wenn das Setup ohne Benutzereingaben ablaufen soll, klicken Sie auf die Schaltfläche „Set Windows Installation Info“, und geben die Daten ein - etwa Benutzername, Netzwerk-Arbeitsgruppe und CD-Key. Klicken Sie auf „Next“.

5. Die Tools: Im nächsten Dialog „911 Utilities /Additional Files“ müssen Sie nichts ändern. Es sei denn, Sie möchten nur eine Windows-Installations-CD erstellen und wünschen keine zusätzlichen Tools. Klicken Sie wieder auf „Next“.

6. ISO-Datei: Geben Sie den Zielpfad für die ISO-Datei an. Zusätzlich können Sie ein Kennwort vergeben, um die CD vor unbefugter Benutzung zu schützen. Nach einem Klick auf „Next“ und dann auf „Finish“ erstellt das Programm eine ISO-Datei, die Sie nur noch auf CD brennen müssen.

Ultimate Boot CD: Tools für alle Fälle

Ultimate Boot CD for Windows - oder kurz UBCD4Win basiert auf Bart PE (siehe Punkt 1.1). Die Anwendung zum Erstellen der CD sieht daher genau so aus wie beim PE Builder und lässt sich entsprechend bedienen. UBCD4Win erweitert Bart PE um zahlreiche Hardware- und Software-Diagnose-Tools, die alle Freeware sind. Darunter finden sich Antiviren- und Antispyware-Programme, Festplatten-Clone- und Image-Tools sowie Sala Password Renew, das bei vergessenen XP-Anmeldekennwörtern hilft. Eine komplette Liste der Programme gibt’s unter www.ubcd4win.com/contents.htm. UBCD4Win erzeugt ein Multiboot-Menü, von dem aus sich Programme wie Offline NT Password & Registry Editor (zum Zurücksetzen von Kennwörtern und Bearbeiten der Registry), NTFS für DOS und die Windows-Wiederherstellungskonsole starten lassen.

Ultimate Boot CD for Windows: Über das Multiboot-Menü starten Sie ein speziell angepasstes Bart PE mit vielen Tools oder den Offline NT Password & Registry Editor (Punkt 1.3)

1. Vorbereiten: Wer schon einmal mit PE Builder gearbeitet hat, findet sich in UBCD4Win schnell zurecht. Nach dem ersten Start müssen Sie zunächst die Lizenzvereinbarung akzeptieren. Nun bietet Ihnen das Programm an, selbständig nach Windows-Installationsdateien zu suchen. Es ist empfehlenswert, hier auf „Nein“ zu klicken, da dieser Vorgang ziemlich lange dauert.

2. „Quelle“: Hier geben Sie den Ordner an, in dem sich das I386-Verzeichnis mit den Windows-Installationsdateien befindet. Das kann ein I386-Ordner auf der XP-Installations-CD oder auf der Festplatte sein. UBCD4Win benötigt ein XP mit integriertem Service Pack 2. Sollte das SP 2 noch fehlen, können Sie es über „Quelldateien, Slipstream“ integrieren oder den pcwSPIntegrator nutzen (siehe Artikel auf Seite XXX).

3. „Zielordner“: Dort sollen die erzeugten Dateien gespeichert werden. Standard ist „BartPE“ im Installationsverzeichnis von UBCD4Win.

4. „Bootmedium“: Geben Sie hier den Pfad für die zu erstellende ISO-Datei an. Wenn Sie das Medium gleich brennen möchten, aktivieren Sie „CD/DVD“ brennen und wählen unter „Geräte“ das Brenner-Laufwerk aus.

5. Zusatz-Tools: Klicken Sie auf „Plugins“. Sie sehen dann eine ziemlich umfangreiche Liste mit allen verfügbaren Erweiterungen. Da die meisten Tools schon im Lieferumfang von UBCD4Win enthalten sind, steht in der Spalte „Aktiv“ in der Regel ein „Ja“. Über die Schaltfläche „(de)aktivieren“ schließen Sie einzelne Programme aus, etwa um auf der CD Platz zu sparen. Wenn Sie Ihre Änderungen vorgenommen haben, klicken Sie auf „Schließen“.

6. Fertigstellen: Nach einem Klick auf „Start“ erstellt das Programm die Dateien für die Boot-CD. Je nach Ihrer Entscheidung bei Schritt 4 erhalten Sie als Ergebnis eine ISO-Datei oder eine fertige, bootfähige CD.

Multiboot-CD: Der Bausatz

Mit den bisher vorgestellten Assistenten lässt sich eine Multiboot-CD erheblich leichter erstellen. Dabei kommen zahlreiche Tools zum Einsatz, die das Booten mehrerer Systeme von CD ermöglichen, ein Bootmenü erzeugen oder eine ISO-Datei erstellen. Wenn Sie eine individuelle Bootscheibe mit einem Menü nach Ihren Vorstellungen erzeugen wollen, können Sie diese Tools auch direkt einsetzen. Alles was Sie dazu brauchen, haben wir im Paket pcwMultiBoot zusammengestellt. Die enthaltenen Dateien können Sie als Vorlage für eigene Experimente verwenden.

pcwMultiBoot: Die Basis für Ihre Bootkonfiguration

Entpacken Sie pcwMultiBoot in ein eigens angelegtes Verzeichnis - in unserem Beispiel in C:\BootCD. Das Laufwerk muss genügend Platz für alle Dateien bieten. Je nach den Programmen, die Sie auf der Scheibe unterbringen möchten, sind auf der Platte zwischen 1 GB und etwa 5 GB erforderlich. Die Dateien für die Boot-CD finden Sie im Verzeichnis „MeineBootCD“. Die darin enthaltenen Ordner haben folgenden Aufgaben:

Ordner im Verzeichnis „MeineBootCD“: Die unterschiedlichen Systeme gehören jeweils in eingene Ordner, etwa I386 für das XP Setup oder WNPE für die Bart-PE-Dateien (Punkt 2.1)

boot: Hier liegen die Dateien für den Bootvorgang und das Menü. Das System basiert auf CD Shell (Infos dazu unter http://cdshell.org) und Bootable CD Wizard (http://bootcd.narod.ru, deutsche Übersetzung: http://www.wolfgang-brinkmann.de/bcdw/index.htm). Loader.BIN ist der Bootsektor, den das PC-Bios von der CD lädt. Dieser startet dann CD Shell (Cdsh.BIN), das die Informationen für das Startmenü aus dem Script Cdshell.INI liest. In unserem Fall enthält es nur einen Verweis auf boot\bcds\bcds.cs. Diese Datei enthält alle Befehle für die Menüsteuerung und verweist auf die Bootsektoren der anderen Systeme.

CMDC: In dieses Verzeichnis kopieren Sie die Dateien für die Windows-XP-Wiederherstellungskonsole. Die Konsole benötigt auf der CD nur etwa 10 MB.

Demo: Hier liegen einige Beispielscripts für CD Shell und Bootable CD Wizard, die Sie als Vorlagen verwenden können.

I386: In diesen Ordner kommen die Windows-XP-Setup-Dateien mit integriertem Service Pack 2.

Images: Hier sind Diskettenabbilder für unterschiedliche Systeme untergebracht. Standardmäßig liegen hier nur der RAM-Tester Memtest.IMG (www.memtest86.com), das Kennwort-Rücksetz-Tool Offline NT Password & Registry Editor (http://home.eunet.no/pnordahl/ntpassw) und Freedos.IMG, ein kostenloses DOS (www.freedos.org), über das Sie beispielsweise Bios-Updates durchführen können.

Knoppix: In dieses Verzeichnis gehören alle Dateien aus dem Verzeichnis KNOPPIX einer Knoppix-CD oder -DVD. Wenn Sie die Dateien von einer DVD verwenden, passt das Image nur auf eine DVD 9.

Programs: Dieses Verzeichnis nimmt die Anwendungen von Bart PE auf.

qemu-0.8.2: Zum Testen des Menüs und seiner Funktionen verwenden Sie die kostenlose Virtualisierungs-Software Qemu (http://fabrice.bellard.free.fr/qemu). Sie müssen dann keinen Rohling verschwenden, um unterschiedliche Optionen erst einmal auszuprobieren.

WIN98: Auch das Windows-98-Setup lässt sich in eine Boot-CD einbauen. Sie benötigen dazu die Dateien von der Original-CD und eine Windows-98-Startdiskette mit CD-ROM-Treibern.

WNPE: In dieses Verzeichnis kopieren Sie alle Dateien aus dem Verzeichnis I386 einer Bart-PE-CD. Falls Sie weitere Tools einsetzen möchten: Hier können Sie auch Dateien der Ultimate Boot CD for Windows (Punkt 1.3) ablegen.

Individuelle Scheibe: Das Boot-Script anpassen

Boot-Script: Dies ist der schematische Ablauf im Script Bcds.CS. Wenn Sie andere Systeme als vorgesehen einbauen möchten, müssen Sie das Script entsprechend anpassen (Punkt 2.2)

Das zentrale Boot-Script Bcds.CS im Verzeichnis boot\bcds\ ist relativ einfach gehalten und ermöglicht den Start von zwölf Systemen. Sie können es jederzeit um weitere Einträge erweitern oder die vorhandenen Menüpunkte ändern. Das Programm springt zuerst zur Routine „graphics_menu“ und testet die verfügbaren Auflösungen. Voreingestellt ist 800 x 600 mit einer Farbtiefe zwischen 32 und 8 Bit.

Falls Sie Grafiken (Punkt 2.3) mit anderen Werten verwenden, müssen Sie die Auflösung entsprechend ändern. Wenn kein grafischer Modus möglich ist, gibt es eine Fehlermeldung und der PC startet neu. Alternativ ist für diesen unwahrscheinlichen Fall ein Menü im Textmodus vorgesehen. Ein Beispiel dafür finden Sie in der Datei \Demo\bscript\bcdwdemo\textmode.ini.

War das Umschalten in den grafischen Modus erfolgreich, erfolgt ein Sprung nach „g_mode_ok“. Mit der Anweisung „bcdw ShowGif“ lädt das Script der Reihe nach die GIF-Dateien aus dem Verzeichnis boot\bcds. Die Zahlenwerte am Ende der Zeile geben jeweils die Position der Grafiken auf dem Bildschirm in Pixeln an. Die letzte Grafik wird mit der Zeile

bcdw ShowGif esc.gif 350 550 30

30 Sekunden lang angezeigt. Wenn Sie während dieser Zeit keine Taste drücken, springt das Script zu „hdd_boot“ und startet den PC von der Festplatte. Jeder Druck auf <Cursor runter> oder <Cursor hoch> bewirkt dagegen einen Sprung innerhalb der Abschnitte „item_01_active“ bis „item_12_active“. Hier fragt das Script auch die Tasten <F1> bis <F12> ab und verzweigt zu den zugehörigen Abschnitten „item_01_go“ bis „item_12_go“. Dort steht dann die Anweisung für den weiteren Bootvorgang. Unter „item_01_go“ beispielsweise steht zuerst „bcdw SetTextVideoMode“ zur Umschaltung in den Textmodus. Nur in diesem Fall ist die folgende Ausgabe

show console
print "Microsoft Windows XP Setup...\n"

auf dem Bildschirm sichtbar. Der Start erfolgt dann mit:

bcdw boot \I386\setupldr.bin

Dies lädt den Bootloader von Windows XP.

Wenn Sie andere Systeme über die Tasten <F1> bis <F12> starten möchten, müssen Sie also nur die zugehörigen Zeilen ändern und hier jeweils den Pfad zum gewünschten Bootloader und den passenden Beschreibungstext eintragen.

Dateien für das Bootmenü der CD

Boot-Script: DDies ist der schematische Ablauf im Script Bcds.CS. Wenn Sie andere Systeme als vorgesehen einbauen möchten, müssen Sie das Script entsprechend anpassen (Punkt 2.3)

Das Menü ist aus mehreren GIF-Dateien zusammengesetzt, die alle im Verzeichnis boot\bcds liegen. Wenn Sie die Farben des Menüs verändern oder andere Programme starten möchten, müssen Sie selbst einen passenden Satz Grafiken fertigen. Die von uns erstellen Dateien können Sie dabei als Vorlage verwenden. Die Grafiken müssen eine zur Bildschirmauflösung (siehe Punkt 2.2) passende Größe und maximal 256 Farben haben. Die Gesamtgröße wird durch die Datei Desktop.GIF bestimmt, die bei uns 800 x 600 Pixel hat.

Damit sich die Auswahl hervorheben lässt, benötigen Sie jeweils zwei Dateien in unterschiedlicher Farbe. In unserem Beispiel sind das F1_a.GIF bis F12_a.GIF mit einem grünen Hintergrund für den gerade ausgewählten Menüpunkt und F1_n_a.GIF bis F12_n_a.GIF für inaktive Menüpunkte.

Windows-XP-Setup und -Konsole einbauen

Die Setup-Dateien von Windows XP kopieren Sie von der Original-Installations-CD in das Verzeichnis I386. Wenn die CD noch keine Service Pack 2 enthält, sollten Sie dieses integrieren (siehe Artikel auf Seite XXX). Kopieren Sie danach alle Dateien aus dem Hauptverzeichnis der CD beziehungsweise dem Slipstream-Verzeichnis in den Ordner MeineBootCD. Wichtig sind vor allem die Dateien BOOTFONT.BIN, WIN51, WIN51IP und WIN51IP.SP2.

Wenn Sie nur die XP-Wiederherstellungskonsole benötigen, starten Sie danach die Batchdatei !mkCons.BAT aus dem Verzeichnis CMDC. Damit kopieren Sie alle nötigen Dateien aus I386 nach Cmdc. Den Inhalt von I386 verschieben Sie anschließend in ein Verzeichnis außerhalb von MeineBootCD.

Bart PE ins Bootmedium integrieren

Für Bart PE benötigen Sie den Ordner I386, den Sie mit PE Builder (siehe Punkt 1.1) erzeugt haben. Sie können aber auch die entsprechenden Dateien von 911 Rescue CD oder Ultimate Boot CD for Windows verwenden (siehe Punkte 1.2 und 1.3). Kopieren Sie den Inhalt des Ordners in das Verzeichnis WNPE. Dieses enthält danach mindestens die Ordner FONTS, INF, SYSTEM32 und WINSXS. Wenn Sie Punkt 2.4 ausgelassen haben, kopieren Sie außerdem die Dateien BOOTFONT.BIN, WIN51, WIN51IP und WIN51IP.SP2 in MeineBootCD (Großschreibung beachten). Den Inhalt des Ordners Programs von Bart PE kopieren Sie nach MeineBootCD\Programs.

Weitere Systeme für die Boot-CD

Linux: Sie möchten das Mini-Linux Knoppix integrieren (www.knopper.net, 700 MB- 4 GB)? Wir haben die nötigen Verzeichnisse bereits angelegt. Kopieren Sie das Verzeichnis KNOPPIX von der Knoppix-CD oder -DVD nach MeineBootCD\KNOPPIX und das Verzeichnis \boot nach MeineBootCD\boot. Entscheidend für den Start ist hier der Inhalt von boot\isolinux. Dieses Verzeichnis enthält den Bootloader isolinux.bin.

DOS auf CD: Zum Starten des Windows-98-Setups benötigen Sie eine Windows-98-Bootdiskette mit CD-Treibern. Diese können Sie über den 911 Disk Builder erstellen (Punkt 2.6)

Windows 98: Auch das Windows-98-Setup lässt sich über eine Multiboot-CD aufrufen. Kopieren Sie dazu das Verzeichnis WIN98 von einer Installations-CD in das Verzeichnis MeineBootCD\WIN98. Da das Setup von DOS aus startet, benötigen Sie eine Windows-98-Bootdiskette mit CD-Laufwerks-Treiber. Diese erstellen Sie beispielsweise mit dem 911 Disk Builder (in 911 Rescue CD enthalten), oder Sie laden sich ein passendes Image von www.bootdisk.com herunter. Aus einer vorhandenen Bootdiskette erzeugen Sie ein Image mit Rawwrite for Windows (das Tool liegt im Verzeichnis BootCD\Tools). Die Image-Datei kopieren Sie anschließend nach MeineBootCD\Images und geben ihr den Namen setup98.img.

Weitere Boot-Images: Sie können von jeder beliebigen bootfähigen Diskette mit dem mitgelieferten Rawwrite for Windows ein Image erstellen und dieses über das CD-Bootmenü starten. Legen Sie die Image-Dateien unter MeineBootCD\Images ab, und passen Sie das Startscript Bcds.CS entsprechend an (siehe Punkt 2.2).

Wenn die Software bereits auf einer bootfähigen CD vorliegt, hängt der nächste Schritt davon ab, wie das Bootmedium aufgebaut ist. Bei einigen Produkten kann Bootable CD Wizard das ISO-Image direkt starten. Ein Beispiel dafür sind viele Programme von Acronis (www.acronis.de), etwa die Acronis Disk Director Suite 10.0. Hier müssen Sie nur das ISO der Notfall-CD beispielsweise nach MeineBootCD\Images\diskdir.iso kopieren und über die Befehlszeile

bcdw boot \images\diskdir.iso

starten. In der Regel ist es jedoch nötig, den Bootsektor erst mit dem Boot Image Extractor (Bbie.EXE im Verzeichnis BootCD\Tools) zu extrahieren, den Inhalt der CD in ein Verzeichnis unterhalb von MeineBootCD zu kopieren und dann mit der Zeile

bcdw boot <Imagename>

zu starten.

ISO erstellen, testen und brennen

Bevor Sie die ISO-Datei erzeugen können, sind einige Vorbereitungen nötig. Damit die Systeme ihre Dateien finden, müssen Sie alle Verzeichnis- und Dateinamen in den Verzeichnissen CMDC, I386, WIN98 und WNPE in Großbuchstaben umwandeln. Da Windows von Haus die Groß-/Kleinschreibung nicht richtig beherrscht, können Sie sich auf die Anzeige im Explorer nicht verlassen.

ISO erstellen: Unser Script MkIso.BAT ruft das Programm Mkisofs.EXE auf und übergibt die notwendigen Parameter. Aus der erzeugten ISO-Datei erstellen Sie dann die Boot-CD oder -DVD (Punkt 2.7)

Groß und klein: Zur Umwandlung verwenden Sie das Kommandozeilen-Tool Toupper.EXE im Verzeichnis BootCD. Geben Sie beispielsweise

toupper.exe -U -r MeineBootCD\WNPE\*

ein, um alle Dateinamen im Verzeichnis WNPE in Großbuchstaben umzuwandeln. Entsprechend verfahren Sie mit den anderen genannten Verzeichnissen. Das Verzeichnis MeineBootCD\boot sowie die Namen aller enthaltenen Dateien müssen dagegen in Kleinbuchstaben erscheinen, sonst findet Bootable CD Wizard die Dateien nicht. Verzeichnisse für Linux-Systeme müssen so erscheinen wie auf den Original-CDs. Bei Knoppix beispielsweise heißen Verzeichnis und Bootimage-Dateien jeweils „KNOPPIX“.

Dual-Layer-DVDs: Eine weitere Besonderheit gilt für Boot-DVDs, die Sie auf Dual-Layer-Medien anlegen wollen. Die Bootsektoren und einige wichtige Dateien müssen auf dem ersten Layer, also am Anfang der DVD liegen. Sonst schlägt das Booten fehl. Die Dateien müssen dazu in die richtige Reihenfolge sortiert werden. Was wo hingehört, legen Sie über die Datei sort_file.txt fest. Diese enthält bereits Vorgaben für die Verzeichnisse boot, WNPE, I386 und KNOPPIX. Die Zahlen am Ende jeder Zeile geben die Position an. Größere Werte (maximal 2147483647) legen die Datei an den Anfang, kleinere an das Ende (minimal -2147483647).

Die ISO-Datei für die Boot-CD erstellen Sie über die Batchdatei MkIso.BAT im Verzeichnis BootCD. Das fertige Image liegt anschließend unter dem Namen MeineBootCD.ISO im Verzeichnis BootCD.

Zum Testen starten Sie Qemu.BAT im Verzeichnis BootCD\MeineBootCD\qemu-0.8.2. Der virtuelle PC bootet das Image. Sie können die Menüfunktionen ausprobieren und die enthaltenen Systeme starten. Wenn alles läuft, laden Sie das Image beispielsweise mit Nero Burning ROM über „Rekorder, Image brennen“ und brennen dann die CD wie gewohnt.

Zusatzinfos

Movix: Video auf bootfähiger Scheibe

Boot-CD mit Video: Movix ISO Creator fügt Videodateien und ein Linux-System für eine bootfähige Multimedia-CD zusammen (Punkt 3.1)

Bootfähige CDs taugen nicht nur für die Systemdiagnose und -reparatur - sie können auch unterhaltsam sein. Ein Beispiel dafür bietet Movix.

Dabei handelt es sich um ein Mini-Linux-System auf CD, das den Rechner bootet und ein Abspielprogramm für Videofilme bereitstellt. Damit lassen sich Filme auf CD oder DVD an andere Anwender weitergeben, ohne dass es Probleme beim Abspielen gibt. In welchem Format oder mit welchem Codec der Film vorliegt, spielt keine Rolle. Voraussetzungen: Sie brauchen einen CD- oder DVD-Brenner und fürs Abspielen der Filme einen PC, der vom CD- beziehungsweise DVD-Laufwerk aus booten kann. Linux-Kenntnisse sind nicht erforderlich, da der enthaltene Movix ISO Creator unter Windows läuft und die Boot-CD fast automatisch erstellt. Sie müssen nur die Pfade zu den erforderlichen Dateien eintragen und die Video- oder Audiodateien per Drag & Drop hinzufügen. Aus dem so erzeugten ISO-Image brennen Sie dann eine Boot-CD oder DVD.

El Torito: Der Boot-CD-Standard

Wer beim Namen El Torito an Mexiko denkt, liegt damit nicht ganz falsch. Curtis E. Stevens (Phoenix Technologies) und Stan Merkin (damals IBM) haben sich in einem mexikanischen Restaurant mit diesem Namen auf den „El Torito“-Standard geeinigt. Dieser Standard gewährleistet, dass das Bios nicht nur von Diskette oder Festplatte booten kann, sondern eben auch von CD. Dabei spricht das Bios das CD-ROM-Laufwerk zunächst direkt als Festplatte an, da zu diesem Zeitpunkt noch keine Betriebssystem-Treiber geladen werden können. Ist die CD einmal gestartet, wird danach sofort auf das Boot-Image verwiesen, das ein entsprechendes Betriebssystem lädt - etwa DOS, Windows oder Linux.

Ein Boot-Image ist nichts anderes als der Inhalt einer Bootdiskette oder der Bootsektor einer Installations-CD, der in eine spezielle Image-Datei übertragen wird. Der El-Torito-Standard sieht die Möglichkeit vor, aus mehreren Images auf CD ein bestimmtes auszuwählen und dieses zu laden - ähnlich wie bei einem Bootloader auf Festplatte. Allerdings unterstützen nur wenige Bios-Varianten diese Multibootfunktion. Die Tools, die wir in diesem Artikel vorstellten, gleichen dieses Defizit aus.

Weitere Infos zum Thema Multiboot im Internet

http://flyakite.msfn.org/

Gratis: Programme für Multiboot-CDs

Programm Windows-Betriebssysteme Internet (Download) Sprache
911 Rescue CD 2.0.6 RC 2000, XP http://www.911cd.net (3,5 MB) Englisch
Bart PE Builder 3.1.10a 2000, XP http://nu2.nu (3,2 MB) Deutsch
Bootable CD Wizard2000,XPhttp://bootcd.narod.ru (520 KB) Englisch
CD Shell98,ME,2000,XPhttp://cdshell.org (308 KB)Englisch
Movix 98,ME,2000,XP http://movix.sourceforge.net (22 MB) Englisch
pcwMultiBoot 2000, XP http://pcwelt-praxis.de/downloads/12-2006/pcwMultiBoot (8,5 MB) Deutsch
Ultimate Boot CD for Windows 2000, XP http://www.ubcd4win.com (136 MB) Deutsch/Englisch