Hardware Infos aufgedeckt

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Windows XP erkennt eine Komponente nicht, und Sie besitzen auch keine Treiber-CD?
Macht nichts: Mit einem PC-WELT-Tool ermitteln Sie rasch die nötigen Infos.

Normalerweise erkennt Windows XP neue Hardware automatisch und stattet sie mit einem Treiber aus. Wenn keine entsprechende Software im Lieferumfang des Systems enthalten ist, haben Sie meist immer noch die Treiber-CD, die der Komponente beiliegt. Schwieriger wird es, wenn Sie Windows neu installieren und die CD nicht mehr auffindbar ist oder wenn Sie Hardware gebraucht ohne CD gekauft haben. Selbst wenn der Hersteller bekannt ist, lässt sich aus den Beschriftungen auf der Platine oder dem USB-Gerät die genaue Modellbezeichnung nicht immer ermitteln. Wir ersparen Ihnen eine aufwendige Suche per Google und das Durchforsten von Hersteller-Websites nach dem richtigen Treiber. Die PC-WELT-Tools pcwHWInfo für Windows 2000, XP und Vista (nur 32-Bit-Versionen) und pcw-hwid für Linux lesen die eindeutigen Kennungen von PCI-Steckkarten und USB-Geräten aus und geben Ihnen im Klartext Auskunft über Hersteller und Gerätebezeichnung. Beide Programme finden Sie auch auf PC-WELT Heft-CD 10/2006. Zusätzlich können Sie Online-Abfragen im PC-WELT-Wiki durchführen. Hier bekommen Sie weitere Infos, etwa Anschriften von Herstellern, Web-Adressen und Links zum Download-Bereich. Sie können selbst neue Einträge hinzufügen oder vorhandene ergänzen. Dabei soll es nicht nur um die reinen Hardware-Daten gehen, sondern auch um Erfahrungen mit dem Gerät, Tests oder die Verträglichkeit einer Komponente mit anderen Betriebssystemen, etwa Windows Vista oder Linux.

Kennungen ermitteln

Hardware-Einrichtung per Assistent: Der Treiber-Download über die Windows-Update-Seite funktioniert allerdings in der Regel nich
Infos: Im Windows-XP Geräte-Manager erfahren Sie Hersteller- und Geräte-ID. Ist ein Treiber installiert, zeigt Windows auch die genaue Typ-Bezeichnung des Gerätes an

Beim Systemstart prüft Windows alle Karten, die in den PCI- und PCI-Express- sowie AGP-Steckpätzen stecken, außerdem angeschlossene USB-Geräte. Ist ein neues Gerät hinzugekommen, versucht Windows, den passenden Treiber zu finden. Dazu vergleicht es die ID des Geräts mit den Einträgen in der Treiberdatenbank, die es aus den INF-Dateien unter %windir%\inf bildet. War die Suche erfolglos, startet automatisch der „Assistent für das Suchen neuer Hardware“, über den Sie dann Treiber von CD einbinden können. Der Assistent bietet auch eine Suche über die Windows-Update-Seite an. Dieser Weg war von Microsoft einmal für den komfortablen Treiber-Download gedacht, die Methode funktioniert allerdings nur in Ausnahmefällen. Ob ein Treiber installiert ist oder nicht, das neue Gerät taucht auf jeden Fall im Windows-Geräte-Manager auf („Systemsteuerung, Verwaltung, Computerverwaltung“) ohne Treiber allerdings unter „Andere Geräte“ mit einem gelben Fragezeichen. Um mehr über ein Gerät zu erfahren, gehen Sie im Kontextmenü auf „Eigenschaften“ und dann auf die Registerkarte „Details“. Kennung für Hersteller und Gerät: Bei einer Grafikkarte beispielsweise sehen Sie hier unter „Geräteinstanzkennung“ eine längere Zeichenkette, etwa „PCI\VEN_102B&DEV_0525&SUBSYS_2179102B“. Entscheidend sind die Angaben „VEN_102B“ und „DEV_0525“. Diese stehen für den Hersteller oder Lieferanten (englisch: „vendor“) und das Gerät (englisch: „device“). In unserem Beispiel ist die Hersteller-ID „102B“ und die Geräte-ID „0525“. Zusätzliche Angaben enthalten die Zeichen hinter „Subsys“. Die ersten vier Zeichen kennzeichnen das Gerät, die letzten vier den Hersteller. In der Regel bezeichnen diese Kennungen den eigentlichen Lieferanten der Karte, während hinter „VEN“ der Hersteller des Chipsatzes steht. Sind beide identisch wie in unserem Beispiel , stammt die Karte direkt vom Chipsatz-Fabrikanten.

Klartext statt Kennungen

pcwHWInfo

Wenn Windows einen Treiber installiert hat, taucht der Name der Komponente im Geräte- Manager auf. Diese Info erhält das System aus den INF-Dateien, die zum Treiber gehören. Ist noch kein Treiber vorhanden, zeigt Windows eventuell die Geräteklasse an, etwa „Raid-Controller“ oder „Netzwerkadapter“. Lässt sich auch diese nicht ermitteln, zeigt der Geräte-Manager „Unbekanntes Gerät“. Hier hilft unser Tool pcwHWInfo weiter. Es benötigt keine Installation und nimmt keine Änderungen in der Registry vor. Kopieren Sie es von der CD in ein Verzeichnis, in dem Sie Leseund Schreibrechte besitzen. Um das Tool zu nutzen, müssen Sie als Administrator angemeldet sein oder zur Gruppe der Administratoren gehören. Das Programm gibt die Hardware-Infos auf Englisch aus wir haben darauf verzichtet, die Fachbegriffe zu übersetzen, da sie dadurch nicht klarer werden würden. Nach dem Start lädt pcwHWInfo einen Treiber, der die Analyse der PCI-Hardware unabhängig von Windows ermöglicht - dazu zählen auch PCI-Express- und AGP-Komponenten. Für USB-Geräte greift es auf die Dienste von WMI (Windows Management Instrumentation) zurück. WMI muss daher installiert und funktionstüchtig sein. Bei einer Windows-Standard-Installation ist das der Fall. pcwHWInfo zeigt auf der linken Seite eine Baumansicht. An der Spitze steht der Punkt „HW-Info“. Nach einem Klick darauf sehen Sie im rechten Fensterteil allgemeine Infos wie Computername und Bios-Version sowie Hersteller und Typ der Hauptplatine. Darunter gibt es die Abteilung „PCI“, die die physikalische Anordnung der Hardware widerspiegelt. „Bus 0“ und „Bus 1“ sind in der Regel auf der Hauptplatine untergebrachte Komponenten, etwa Speicher- und Festplatten-Controller, Netzwerk- und Sound-Chips. Danach folgen die PCI-Steckkarten. Die detaillierten Geräteinfos erscheinen im rechten Fensterteil jeweils nach Klick auf „Function“ unterhalb von „Device“. Hier sehen Sie Hersteller und Gerätename auch dann, wenn noch kein Windows-Treiber geladen ist. Die Hersteller-ID „102B“ ist beispielsweise background image „Matrox Graphics Inc“ zugeordnet, und die Device-ID „0525“ gehört zu einem „MGA-G400/450 Chipset“. Für USB-Geräte gibt es keine Detail-Infos. Hier sind in der Baumansicht nur die Gerätenamen und rechts davon die Hersteller- und Geräte-IDs vorhanden.

Online-Abfrage

Hardware-Übersicht: pcwHWInfo exportiert auf Wunsch die komplette Hardware-Liste in einer HTML-Datei. Über die Links können Sie dann weitere Informationen online abfragen

Haben Sie in einem Zweig über „Bus, Device, Function“ ein Gerät ausgewählt, können Sie bei aktiver Internet-Verbindung auf die Schaltfläche „Online-Abfrage“ klicken. Im Browser öffnet sich dann die zum Gerät gehörige Seite unter http://pcwelt-wiki.de. Eine Seite trägt einen aus IDs zusammengesetzten Namen ­ für das oben verwendete Beispiel also „102B:0525:102B:2179“. Wenn das Gerät keine Subsystem-IDs liefert, sind die letzten acht Ziffern „0000:0000“. Bei USB-Geräten gibt es immer nur acht Ziffern für Hersteller und Gerät. Standardmäßig enthält die Seite die gleichen Infos, die auch pcwHWInfo liefert. Zusätzlich ist hier aber Platz für Beiträge der Nutzer, und Links führen auf weitere Seiten mit Hersteller- und Download-Adressen. Alternativ können Sie sich auch eine Liste aller Geräte ausgeben lassen. Dazu klicken Sie im Menü von pcwHWInfo auf „Datei, Daten exportieren (HTML)“. Eine HTML-Datei mit der Liste öffnet sich im Standard-Browser. Die letzte Spalte enthält die zusammengesetzten IDs als Links, die wieder auf http://pcwelt-wiki.de verweisen.

Treiberdatenbank aktualisieren

PCI- und USB-Geräte liefern an pcwHWInfo immer nur IDs, aber keine Beschreibungen im Klartext. Das Tool entschlüsselt die Infos über zwei kleine Datenbanken im Text-Format: PCI.IDS für PCI- und USB.IDS für USB-Geräte. Beide Dateien sind der Linux-Gemeinschaft zu verdanken. Sie dienen dem Betriebssystem und einigen Tools dazu, die Hardware zu identifizieren. Da täglich neue Geräte auf den Markt kommen, sind die Datenbanken schnell nicht mehr aufdem neuesten Stand. Wenn pcwHWInfo ein Gerät nicht erkennt, sollten Sie daher auf „HWInfo, Datenbank aktualisieren“ klicken. Unser Tool lädt dann die Dateien PCI.IDS von http://pciids.sf.net und USB.IDS von http://www.linux-usb.org herunter. Starten Sie anschließend das Programm neu, damit die Änderungen wirksam werden. Aufgrund der schnellen Entwicklung können die Datenbanken nie vollständig sein, und auch ältere Geräte sind bisher nicht komplett erfasst. Ist ein Gerät in Ihrem PC zwar Ihnen selbst, aber nicht der Datenbank bekannt, können Sie die anderen Anwender unterstützen, indem Sie selbst einen neuen Eintrag hinzufügen. Das geht nach vorheriger Anmeldung ganz einfach über ein Webformular unter http://pci-ids.ucw.cz/iii (PCI) und http://www.qbik.ch/usb/devices (USB). Zusätzlich können Sie für das Gerät eine Seite unter http://wiki.pcwelt-praxis.de anlegen.

Das Wiki nutzen

Ein Wiki ist eine Seitensammlung im Web, die von Benutzern nicht nur gelesen, sondern auch online geändert werden kann. Im PC-WELT-Wiki ist der Schreibzugriff erst möglich, wenn Sie sich angemeldet haben. Wir verwenden mit Mediawiki die gleiche Software wie die bekannte Online-Enzyklopädie Wikipedia (http://de.wikipedia.org). Über die Suchfunktion bekommen Sie Infos zu Hardware, auch wenn Sie pcwHWInfo oder pcwhwid nicht nutzen. Geben Sie einen Begriff in das Feld unter „Suche“ auf der linken Seite ein, und klicken Sie auf „Artikel“. Wenn es einen Artikel gibt, der dem Suchbegriff genau entspricht, sehen Sie danach die zugehörige Web-Seite. Andernfalls erhalten Sie eine Liste der Überschriften und Texte, in denen der Suchbegriff vorkommt. Um einen Artikel zu ändern, klicken Sie auf „Bearbeiten“. Es öffnet sich eine Seite mit einem einfachen Editor. Zur Formatierung dienen spezielle Steuerzeichen, die Sie über die Symbolleiste oder auch direkt einfügen können. Ausführliche Informationen zu den Möglichkeiten des Editors und seiner Bedienung finden Sie unter dem Link PC-WELT-Wiki:Hilfe. Für Verbesserungsvorschläge oder Anmerkungen zu den Artikeln verwenden Sie die jeweilige Diskussions-Seite. Diese lässt sich genau so bearbeiten wie ein Artikel.

Hardware erkennen unter Linux

HTML-Zusammenfassung: pcwhwid erstellt eine Hardware-Über-sicht mit den entsprechenden Links zum PC-WELT-Wiki

Linux benötigt keine Treiber, um PCI- und USB-Hardware zu erkennen. Die im Textmodus arbeitenden Tools „lspci“ und „lsusb“ lesen die IDs aller Geräte aus, die an diesen Steckplätzen angeschlossen sind. Aus einer Datenbank in Textform entnehmen sie jeweils, um welches Gerät es sich handelt. Die beiden Befehle stehen erst dann zur Verfügung, wenn Sie auf Ihrem System die Pakete pciutils und usbutils installiert haben. Bei den meisten Distributionen dürfte dies bereits bei der Basisinstallation der Fall sein. Wenn nicht, rüsten Sie die Pakete nach. Wenn Sie an den jeweiligen Befehl den Parameter „-v“ anfügen, erhalten Sie technische Details zu den erkannten Geräten. Weiterführende Infos, etwa Hersteller-Websites oder Links für Treiber-Downloads, finden Sie im PC-WELT-Wiki unter http://pcwelt-wiki.de. Unser Script pcwhwid generiert aus den Ausgaben von lspci und lsusb eine HTML-Datei namens „pcwhid.html“ in dem Verzeichnis, in dem Sie es ausgeführt haben. Sie sehen darin die für Ihren PC erkannten Geräte. Die Einträge sind jeweils Links, die über die PCI- beziehungsweise USB-ID direkt zu dem entsprechenden Eintrag im PC-WELT-Wiki führen. Falls für neue Hardware lokal noch keine Infos vorliegen, können Sie lspci und lsusb schnell auf den neuesten Stand bringen: Gehen Sie online, und rufen Sie als root „update-pciids“ auf, um die PCI-Daten zu aktualisieren, sowie „update-usbids“ für die USB-Daten. Unter manchen Distributionen gibt es das Programm „update-usbids“ nicht. Hier aktualisieren Sie die USB-Daten als root manuell mit diesem Befehl:

wget -O /usr/share/usb.ids http://linux-usb.sourceforge.net/usb.ids.