Fujitsu Siemens Activy Media Center

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Der Fujitsu Siemens Activy Media Center bringt Filme, Musik, Internet Radio und noch einiges mehr ins Wohnzimmer. Lesen Sie in diesem Beitrag, was das Gerät alles bietet und für wen und was es sich eignet. (01-02-2006)

Inhaltsverzeichnis

Die Entscheidung

Es ist doch ganz einfach: Zum Fernsehen braucht Eggeling nur ein gutes, altes Röhren-TV-Gerät und eine Antenne. Mehr nicht. Gut, er will auch noch seine Lieblingssendungen aufnehmen also muss noch ein Videorecorder her.

Ist dieser Mensch denn von gestern? Plasma-Bildschirm, LCD-TV oder Video-Beamer, Harddisk-Recorder, DVD-Player und Recorder, DVB-T, -C oder -S. Das Ganze natürlich an einer Dolby-Surround-Anlage mit mindestens 10 Boxen. So sieht der moderne Mensch fern. Eggeling lässt sich daher bekehren. Etwas Neues muss her. Vielleicht ein Multimedia-PC im Wohnzimmer? Der ist flexibel und die Textverarbeitung läuft darauf auch noch. Eggeling verwirft diese Ideen sofort. Ein laute Kiste im Wohnzimmer an der er mehr rumbastelt als er mit ihr fernsieht - auf gar keine Fall.

Es beginnt daher die Suche nach einem Gerät , das einigermaßen modern aussieht, mit ein paar „Klicks“ auf die Fernbedienung zu programmieren ist, auf eine Festplatte aufnimmt oder auch auf DVD bei Bedarf. Divx und Xvid, SVCD und VCD - kurz, gebräuchliche Video-Formate sollen ihm auch nicht unbekannt sein. MP3 sowieso. Netzwerkanschluss wäre auch nicht schlecht, am besten drahtlos. USB nicht zu vergessen. Die externe Festplatte mit ein paar Filmen und MP3s will ja auch Anschluss finden.

Die Wahl fällt auf einen Fujitsu Siemens Activy Media Center 370. Das Gerät belastet zwar das Konto mit etwa 1000 Euro, dafür soll es aber auch alle Wünsche nach einem leisen und und dennoch leistungsfähigen Multimedia-PC erfüllen. Wer im Internet nach preisgünstigen Anbietern sucht, kann das Gerät inzwischen auch schon für etwa 800 Euro bekommen.

Auspacken, Einschalten und ....

...es geht tatsächlich. Wie bei anderen Harddisk-Recordern auch, finden Bild und Ton ihren Weg per Scart-Kabel zum TV-Gerät. Für ein LCD-TV oder einen Beamer gibt es noch einen Progressiv-Scan Ausgang (50 Hz). Die Stereo- oder Dolby-Surround-Anlage wird per Cinch-Kabel verbunden. Unser Activy-Modell ist mit zwei analogen TV-Karten ausgestattet. Wahlweise sind auch DVB-S (Digital-TV per Satellit) oder DVB-T (Digital-TV über Antenne) möglich. Die jeweils benötigte TV Karte lässt auch umbauen beziehungsweise auswechseln. Auf diese Weise ist bei Bedarf beispielsweise ein Wechsel von Analog-TV auf DVB-T möglich. Das Gehäuse könnte nach Eggelings Geschmack etwas kleiner und eleganter ausfallen. Die Activy ist in ein graues Blechgehäuse im Stil eines Desktop-PCs gekleidet. Es wirkt eher klobig und integriert sich optisch nur schwer in Komponenten der vorhandenen HIFI-Anlage.

Dafür ist das Gerät aber angenehm leise. Von der 160 GB-Festplatte ist nur bei bei intensiven Zugriffen etwas zu hören. Ein relativ großer Lüfter in der Mitte des Gehäuses kühlt gleichzeitig CPU und Netzteil. Im Betrieb wird das Gehäuse ziemlich warm, der Hersteller empfiehlt daher einen Abstand von 10 cm an allen Seiten, um eine ausreichende Belüftung zu gewährleisten.

Nach dem Einschalten benötigt das Gerät ein paar Minuten zum Booten. Eine kurze Startmeldung verrät, dass es sich beim Betriebssystem um Windows XP handelt. Anschließend erscheint die Multimedia-Oberfläche. Der Ausschaltknopf auf der Fernbedienung versetzt die Activy standardmäßig in den Standby-Modus. Das Aufwachen dauert dann weniger als eine halbe Minute.}

Oberflächliches

Die Start-Bildschirm der Activy ist aufgeräumt und zeigt alle wichtigen Funktionen auf einen Blick. Die Oberfläche wirkt aber etwas altbacken und kann mit der schicken grafischen Gestaltung mancher Multimedia-Programme für den PC nicht mithalten. Die Navigation über die gut in der Hand liegende Fernbedienung geht jedoch flüssig und die Orientierung fällt auch ohne Blick in das mehr als 120 Seiten starke Handbuch nicht schwer. Wichtige Knöpfe auf der Fernbedienung, etwa die Play- oder die Back-Taste sind übrigens lackiert und heben sich dadurch von den anderen, gummierten Tasten ab. Besonders im Dämmerlicht des abendlichen Wohnzimmers sind die Tasten dadurch leichter zu unterscheiden.

Mit dem Tastenkreuz in der Mitte der Fernbedienung erfolgt die Auswahl der Menüpunkte und über den OK-Knopf die Bestätigung. Abhängig vom gerade aktiven Menüpunkt, erscheinen am unteren Bildschirmrand farblich hervorgehobene Schaltflächen. Über den roten Knopf geht es vom Hauptmenü aus direkt in das Aufnahmemenü und über den gelben Knopf zur CD/DVD- Wiedergabe. In vielen Abteilungen gibt es zusätzlich ein Optionen-Menü (weiße Taste), das sich auf den gerade markierten Eintrag bezieht. Im EPG (Elektronischer Programm Guide) beispielsweise klappt nach dem Druck auf die weiße Taste ein Menü auf, über das sich die Aufnahme direkt starten oder das Aufnahme-Menü ansteuern lässt. Besonders bei einer Funktionen erscheint der Weg über das Menü aber als umständlich: Zum Abspielen einer CD oder DVD geht er über „Archiv, Wiedergabe, Schneiden“ und „CD/DVD abspielen“. Eine Autoplay-Einrichtung wie bei praktisch allen DVD-Playern wäre hier wünschenswert.

Achtung, Aufnahme

Im Inneren der Activy verrichten zwei TV-Karten Ihren Dienst. Daher ist es möglich ein Programm aufzunehmen und ein anderes zu betrachten. Wahlweise ist auch die Aufnahme von zwei unterschiedlichen Sendungen gleichzeitig vorgesehen. Insgesamt passen auf die 160 GB Festplatte bis zu 240 Stunden Film. Die Kapazität ist von der Aufnahmequalität abhängig, die sich bei analogen Quellen in vier Stufen einstellen lässt: HQ-hoch, SP- standard, LP-daueroptimiert und EP-niedrig. In der Regel sorgt „SP-standard“ für einen guten Kompromiss aus Qualität und Platzverbrauch. Um eine Sendung auf die Festplatte zu befördern, gibt es mehrere Möglichkeiten: gerade laufende Sendungen lassen sich direkt aufnehmen, über das Aufnahme-Menü erfolgt die Programmierung der Stop-Zeit oder Aufnahmedauer und über das EPG lassen sich Sendungen zur Aufnahme vormerken. Im EPG ist es auch möglich tägliche Aufnahmen vorzumerken oder TV-Serien vorzumerken, so dass niemand mehr eine Folge seiner Lieblingsserie verpassen muss.

Die EPG-Daten kommen genau wie die Updates über das Internet (EPG bei der DVB-Version wahlweise auch über die TV-Karte). Im Monat kommen dabei schon mal einige hundert Megabyte zusammen. Am besten ist es, wenn das Gerät dauerhaft mit dem Internet verbunden ist. DSL mit Flatrate ist zwar keine Voraussetzung, aber empfehlenswert.

Zum dauerhaften Archivieren der Aufnahmen, dient der eingebaute Double-Layer-DVD Recorder. Aus der Liste der Aufnahmen wählt man zuerst eine oder mehrere aus und stellt die Dateien zu einem Archiv zusammen. Wenn der Platz einer DVD nicht ausreicht, zeigt die Oberfläche automatisch die Menge der benötigten Medien an. Vor dem Brennen wandelt die Activy die Dateien in das für die Video-DVD passende Format um. Bei abendfüllenden Spielfilmen kann das - abhängig von der eingestellten Qualität - schon mal einige Stunden dauern. Der Vorgang läuft aber im Hintergrund ab, das Abspielen oder Aufnehmen sind weiterhin möglich.

Wer ein Pay-TV Abo besitzt (Eggeling hat keins), kann auch verschlüsselte Sendungen ansehen und aufzeichnen. Voraussetzung sind ein Conditional Access-Modul (CA-Modul), und die Freischaltkarte des jeweiligen Senders. Laut Handbuch gibt es hier bei der Aufnahme aber Einschränkungen: Es ist nur die Aufnahme jeweils eines verschlüsselten Senders möglich und während der Aufnahme lassen sich über die zweite Tuner-Karte nur unverschlüsselte Sendungen betrachten.

Als Aufnahme-Quelle kommt nicht nur die TV-Karte in Frage. Die Activy 370 ist mit Scart-In, S-Video-In, Video-In und DV-In Anschlüssen ausgestattet. Darüber erfolgt die Aufnahme von analogen Quellen wie VHS-Videorecordern und DVD-Playern oder von digitalen Camcordern mit DV-Ausgang (Firewire-Kabel). Wer eine Activy mit digitalem Satelliten-Anschluss (DVB-S) besitzt, hat diese Möglichkeiten allerdings nicht. Weitere Einschränkungen ergeben sich aus technischen und juristischen Gründen beim Überspielen von kopiergeschütztem Material. VHS-Kaufkassetten und DVDs sind mit Macrovision geschützt, das Kopieren ist daher nicht möglich.

Übrigens: In der Activy werkelt ein Celeron mit 1200 MHz. Einem Standard-PC mit dieser Taktfrequenz würde man wohl nicht viel Leistung zutrauen und als für Multimedia-Aufgaben nicht geeignet einstufen. Umso mehr erstaunt es, dass bei der Activy ohne weiteres Aufnahme, Wiedergabe mit Timeshift und vorbereiten eines Video für das Brennen auf DVD parallel ablaufen können, ohne dass das Gerät merklich langsamer reagiert.

Sehen, Hören und Schnitt

Was die Activy aufnimmt landet erst einmal auf der Festplatte. Über das Menü „Aufnahme, Wiedergabe, Schneiden“ und dann „TV/Radio/DV-Aufnahmen“ gelangt man zur Liste der Aufzeichnungen. Hier steht der Sender oder das Medium, über das die Aufnahme erfolgt ist, sowie Datum und Uhrzeit. Die Aufnahmen lassen sich umbenennen, löschen und für das spätere Brennen auf DVD auch schneiden. Die Schnittfunktion zum Entfernen unerwünschter Werbepausen ist zwar simpel aber zunächst gewöhnungsbedürftig. In der Zeitleiste sind mit dem roten Knopf auf der Fernbedienung der Schnittanfang und mit der grünen Taste das Ende zu markieren. Der Anwender markiert alle Passagen, die aus dem Film entfernt werden sollen. Diese erscheinen rot schraffiert. Beim Schneiden erstellt die Activy immer eine Kopie des Originals. Wer also versehentlich den Film statt der Werbung rausschneidet, hat nichts verloren.

Bei der auf unserer Activy bei der Auslieferung installierten Software-Version 1.3.510 funktonierte der Schnitt noch nicht besonders komfortabel. Den exakten Szenenanfang zu finden war etwas schwierig, da die Schnittmarke nicht Sekunden oder Framegenau zu steuern war. Mit dem Update auf die Version 1.4 hat Fujitsu-Siemens diese Funktion während des Testzeitraums deutlich verbessert und der Schnitt war damit deutlich genauer möglich.

Das Update auf die Version 1.4 hatte allerdings auch eine unangenehme Nebenwirkung: Die Wiedergabe von Xvid-Videos war danach nicht mehr möglich. Inzwischen ist dieses Problem jedoch durch ein weiteres Update behoben. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang übrigens die rege Diskussion im Forum unter http://support.fujitsu-siemens.de/forum. Es gibt wohl nur wenige Firmen, bei denen Mitarbeiter regelmäßig und öffentlich auf Kundenfragen antworten und zur Lösung der Problem beitragen.

Es lassen sich natürlich nicht nur eigene Aufnahmen sondern auch Inhalte von DVDs/CDs, der angeschlossenen USB-Platte oder Netzwerklaufwerken (-> Activy im Netz) abspielen. Daneben beherrscht die Activy auch Streaming über das Netz, also den Empfang von Filmen und Musik über das Internet in Zusammenarbeit mit T-Online-Vision.

Die Activy kann folgende Medien-Formate wiedergeben:

  • DVD-Video
  • Audio-CD
  • Video-CD (VCD)
  • Super-Video-CD (SVCD), nach IEC 62107
  • MPEG-1, MPEG-2, MPEG-4 simple profile
  • WAV
  • MP3
  • Windows Media 7, 8, 9
  • DivXTM Ver. 3.11–5.x, Unterstützung der Decodierung aller DivX-Pro-Features
  • JPEG, BMP, TIF, PNG, Photo CD

Activy im Netz

Media-Center oder Streaming-Clients mit Netzwerkanschluss sind inzwischen nicht mehr die Ausnahme. Die Activy weist in diesem Punkt jedoch eine Besonderheit auf. Über das Menü „Externe Medien“ sucht das Gerät einfach nach freigegebenen Ordnern im lokalen Netzwerk. Die Ordner erscheinen in einer Liste und über die Fernbedienung lassen dann sich Video-, Audio- oder Bilddateien auswählen. Umgekehrt erscheint auch die Activy als Server im Netz und die aufgenommen Videos sind damit für den PC erreichbar. Die Bearbeitung und das Brennen der Filme kann daher auch am PC erfolgen. Bei Ordnern mit vielen Dateien oder zahlreichen Rechnern mit Freigaben im Netz vergeht bis zum Aufbau der kompletten Liste allerdings einige Zeit. Die Activy speichert die Liste auch nicht. Nach einem Neustart beginnt die Prozedur von vorne. Hier wäre es besser, jeweils nur die geänderten Einträge zu aktualisieren.

Die einfachen Netzwerkfunktonen der Activy bieten gegenüber dem, was die meisten Festplattenrecorder oder Streaming-Clients zu bieten haben, einige Vorteile. Es ist jederzeit möglich Dateien zwischen einem PC im Netz und der Activy hin und her zu kopieren. Zusätzliche Software - die meist nur unter Windows läuft - ist nicht nötig. Der Datenaustausch mit Linux- oder Mac-Rechner ist also kein Problem.

Der Anschluss der Activy an das lokale Netzwerk erfolgt standardmäßig über ein Ethernetkabel zum Switch oder Hub. Die Activy versteht sich aber auch mit einigen ausgewählten WLAN-USB-Adaptern. Das Datenblatt nennt beispielsweise Fujitsu Siemens Computers Connect2air Wlan E-5400 USB (11g), T-Sinus 154 11g und Netgear WG 121 Wireless USB2 Adapter 11g.

Für Updates, den Abgleich der EPG-Daten, Streaming und die Webbrowser-Funktion, benötigt die Activy eine Verbindung zum Internet. Diese lässt sich am komfortabelsten über einen DSL-Router mit aktiviertem DHCP-Server herstellen. Die Activy empfängt dann ihre IP-Nummer automatisch und am Gerät ist nichts weiter zu konfigurieren.

Basteln mit Activy

Den Fujitsu Siemens Activy Media Center als PC zu bezeichnen, trifft die Sache eigentlich nicht ganz. In dem Gerät arbeitet zwar PC-Technik (-> Activy: Datenblatt), der Anwender kann aber selbst keine zusätzlichen Programme installieren, die Activy ist daher standardmäßig ausschließlich auf Multimedia-Aufgaben beschränkt.

Wer möchte, kann aber auch alternative Software auf dem Gerät einrichten (aber erst nach Ablauf der Garantie). Unter http://www.minidvblinux.org gibt es eine kostenlose Linux-Distribution für die Activy, die VDR als Oberfläche nutzt (http://www.cadsoft.de/vdr). Laut Forum und Dokumentation (Eggeling hat es nicht selbst probiert), ist die Installation aber nicht ganz einfach. Voraussetzung für die Minidvblinux ist übrigens die Infrarot-Tastatur, die es von Siemens als Zubehör gibt (http://www.fujitsu-siemens.de/products/entertainment/media_centers/activy_media_center.html, etwa 60 Euro).

Eine weitere, diesmal windowsbasierende Oberfläche mit dem Namen „Visongate“, gibt es unter http://www.datacargo.de. Die Webseiten sind mit Informationen etwas sparsam. Hinweise auf Download oder Preis waren nicht zu finden. Mit einer Mail an info@datacargo.de sollten Interessenten die Konditionen jedoch erfragen können.

T-Online-Vision

(von Daniel Behrens)

Wem der serienmäßige und kostenlose EPG des Activy Media Center zu schlicht daherkommt, kann für 2,49 Euro pro Monat das TV-Programm Plus von T-Online aktivieren. Es handelt sich dabei um einen bildschirmfüllenden EPG, der grafisch ansprechend gestaltet ist. Er bietet teilweise Bilder und ausführlichere Beschreibungen zu den Sendungen. Zudem hat er zusätzliche Ansichten: Die Programmdaten lassen sich zum Beispiel sender- oder stundenweise anzeigen, auch eine Darstellung nach Genre ist möglich. Eine Suchfunktion ist ebenfalls vorhanden. Zu jedem Tag gibt es redaktionelle "Programm-Tipps".

Über eine spezielle Website von T-Online kann man Aufnahmen von jedem Internet-Anschluss aus fernprogrammieren. Innerhalb von 60 Minuten wird der Aufnahmeauftrag an die Activy-Box übertragen, die dazu eingeschaltet oder im Standby-Modus sein muss.

Neben dem TV-Programm-Plus bietet das T-Online-Vision-Portal des Activy Media Center weitere Funktionen - einen T-Online-Account vorausgesetzt: In der Rubrik "Themen" gibt es in einer TV-gerechten Darstellung kostenlos aktuelle Nachrichten in Textform mit Bildern, Kinotrailer sowie eine kleine Auswahl an Musikvideos in befriedigender Tonqualität.

Sportfans kommen im Bereich "Bundesliga" auf ihre Kosten - im wahrsten Sinne des Wortes. Denn hier fallen für jeden Stream 99 Cent an, oder monatlich pauschal 3,95 Euro im Abo "onSport Insider". Zur Auswahl stehen "Die schönsten Tore", "Die wichtigste Szene" sowie eine Zusammenfassung der einzelnen Begegnungen des letzten Spieltages.

Wer will, kann auch seine T-Online-Mails in einer TV-gerechten Ansicht lesen, wobei HTML-Nachrichten nicht immer korrekt angezeigt werden. Das Schreiben von Mails macht nur mit der optional erhältlichen Infrarot-Tastatur Spaß. Die SMS-ähnliche Eingabe über die normale Fernbedienung ist bei längeren Texten eine Qual.

Eine Alternative zur Videothek stellt das Video-on-Demand-Angebot von T-Online Vision auf dem Activy Media Center dar. Es ist in zwei Bereiche unterteilt: Bei den "Top-Filmen" handelt es sich immer um neun aktuelle Blockbuster, die bereits für den Verleih freigegeben sind. Diese Filme in guter Bildqualität werden nachts per DSL verschlüsselt auf der Festplatte des Activy Media Center gespeichert - sofern diese eingeschaltet oder im Standby-Modus ist. Die Freischaltung der Top-Filme kostet in der Regel 4 Euro für 24 Stunden. Da die Filme von der Festplatte wiedergegeben werden, ist der Anwender unabhängig von Bandbreiten-Schwankungen der Internet-Verbindung.

Im "Filmarchiv" hat der Nutzer Zugriff auf rund 200 ältere Filme und Reportagen, die als Stream gesendet werden. Hier liegt der Preis pro Streifen für 24 Stunden um die 3 Euro. Die Navigation im Filmarchiv ist verbesserungswürdig. Pro Bildschirmseite werden tabellarisch sechs Filmtitel angezeigt - man muss also durch 32 Seiten scrollen, um sich einen Gesamtüberblick zu verschaffen. Eine Kategorisierung nach Genre und eine Suchfunktion fehlen. Auf DVD-Extras, wie "Making of" und Schauspieler-Kommentare muss man bei T-Online-Vision verzichten. Auch stehen nicht alle Angebote des T-Online-Visons-Portals im Web (http://t-online-vision.de/c/25/46/93/2546938.html) auch auf dem Activy Media Center zur Verfügung - es sei denn, man geht den umständlichen Weg über den Internet-Modus der Box.

Fans der so genannten "Vollerotik" kommen auf ihre Kosten, wenn sie sich zuvor beim Altersverifikations-System von T-Online angemeldet und ihre Volljährigkeit bestätigt haben. Fünf Erotik-Filme stehen als "Top-Film", also wie die aktuellen Blockbuster offline zur Verfügung, weitere 80 finden sich im "Filmarchiv". Vor jedem Zugriff muss die Jugendschutz-PIN eingegeben werden. Wahlweise lassen sich die Erotik-Filme aus allen Menüs ausblenden.

Activy: Datenblatt

Ein ausführliche Produktbeschreibung gibt es Als PDF unter http://www.fujitsu-siemens.de/products/entertainment/media_centers/activy_media_center.html

Die wichtigsten technischen Daten:

  • Prozessor: Celeron 1200 MHz
  • Mainboard: D1636
  • 256 MB RAM
  • Festplatte: 160 GB/7200
  • DVD Brenner +R/+RW/-R/-RW mit Double Layer
  • DV in (IEEE1394) Firewire
  • Sonstiges: Dual DVB PCI Controller SAT, Riser Activy 3PCI,

Länderbeipack AMC3xx TOI, ACTIVY Media Center IR-Fernbedienung, SCART Kabel für ACTIVY Länge 1,2 m Anschlußkabel für SCART Fernsehgeräte, Frontpanel Board mit LCD Display, SCART-Leitung, Audio Video Leitungssatz, 2 SAT-TV Anschlusskarten für Digital TV, Conditional Access Board für DVB PCI, CI-Karte für Digital Video Broadcasting,

  • Garantie: 2 Jahre

Fazit

Der Fujitsu Siemens Activy Media Center 370 ist vergleichsweise teuer und von nicht besonders angemehmen Äußeren. Dafür überzeugen die inneren Werte. Das Gerät spielt klaglos fast alle bekannten Video- und Audio-Formate ab und mit seinen zwei Tunerkartenist es für Aufnahme und Timeshift gut ausgestattet. Für ein paar hundert Euro weniger gibt es zwar auch schon gute Festplatten oder DVD-Recorder, allerdings nicht mit der Anschlussfreudigkeit und Flexibilität der Activy. Besonders hat Eggeling die Netzwerkfähigkeit der Activy gefallen. Wer darauf Wert legt, den Media-PC im Wohnzimmer mit dem Heimnetzwerk zu verbinden und Dateien beliebig hin und her zu kopieren, findet mit der Activy das passende Gerät.

Als Alternative kommt natürlich der Selbstbau oder Kauf eines Multimedia-PCs in Frage. Die erste Möglichkeit scheidet aber für (fast) alle aus, die Rücksicht auf weitere Personen im Haushalt nehmen müssen (beispielsweise Frauen und Kinder). Hier ist das Verständnis meist gering, wenn statt gemeinsamem Fernsehen Computer-Basteln auf dem Programm steht. Bleiben also noch Mini-PCs mit Wohnzimmer-Wohlfühlfaktor, etwa mit Windows XP Media Center Edition als Betriebssystem. Die Preise dürften hier nicht wesentlich unter dem der Activy liegen, dafür lassen sich Geräte dieser Kategorie aber auch bei Bedarf als Büro- oder Spiele-PC verwenden.

Weblinks