Bart PE PC-WELT-Edition
Aus PC-WELT-Wiki
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(10.02.2005)
Nichts geht mehr, Windows schließt sich selbst kurz und sieht blau. Gegen Datenverlust und stundenlange Neu-Installationen wappnen Sie sich mit einem Reserve-Windows auf CD. Außerdem lässt sich das kleine Zweitsystem auch in anderen Situationen vielseitig einsetzen.
Ein Reserve-Windows in der Schublade nimmt selbst einem Totalversagen des Systems den Schrecken. Mit einem Zweitsystem auf CD, das USB-Geräte und Netzwerk bereitstellt und Tools enthält, um diese Ressourcen bequem anzusprechen, kommen Sie auch ohne Ihr Originalsystem wieder an Ihre Daten. Je nach Zustand des Systems gelingt über das Zweit-Windows auch eine Reparatur, und Sie ersparen sich die zeitraubende und oft problematische Neu-Installation - problematisch deshalb, weil eine Neu-Installation von Windows 2000/XP die Kontendaten früherer Installationen unzugänglich macht.
Was kommt als Zweitsystem in Betracht? Erste Wahl ist das Mini-Windows „Bart PE“. Das „Bart Preinstalled Environment“ stammt von dem Niederländer Bart Lagerweij. Es bietet auf etwa 150 MB alles, was Sie für ein Reservesystem brauchen. Flexible Plug-ins und die Option, zusätzliche Tools in einem eigenen Ordner mit auf die CD zu brennen, machen das System offen für eigene Erweiterungen. Die Redaktion hat in Zusammenarbeit mit Bart Lagerweij eine spezielle PC-WELT-Edition von Bart PE kompiliert: Damit sind Sie bestens gewappnet für den Fall der Fälle.
Eine Bart-PE-CD ist allerdings nicht nur im Notfall nützlich: Sie können damit zum Beispiel auch bequem NTFS-Daten von einer USB-Festplatte auf einen Rechner unter einem älteren Windows übertragen. Sie können mit Bart PE eine Standardumgebung auf jeden beliebigen Rechner mitnehmen. Administratoren kommen damit ohne Umwege ins System. Und mit dem Zweit-Windows surfen Sie ohne jedes Risiko. Zum Erstellen benötigen Sie zwar Windows XP oder Server 2003 - nutzen können Sie Ihre Bart-PE-Scheibe aber auf jedem PC.
Übrigens: Wir beschreiben ausführlich alle Möglichkeiten, diese CD individuell einzurichten - das Basissystem ist erstellt jedoch mit Hilfe automatisierter Funktionen innerhalb weniger Minuten erstellt.
Der PE Builder
Um Missverständnissen vorzueugen: Die Dateien zum Download enthalten kein fertiges, boot-fähiges Bart PE. Das ist nicht möglich, weil erst aus Ihrer Windows-Installation heraus ein kleines bootfähiges System auf CD geschrieben wird. Sie erhalten deshalb den Bart PE Builder, mit dem Sie bequem und fast vollautomatisch Ihre eigene Bart-PE-CD erstellen.
Zusätzlich brauchen Sie
1. ein laufendes Windows 2000, XP oder Server 2003, und
2. eine Installations-CD von Windows XP mit integriertem Service Pack 1 (oder 2) beziehungsweise eine Installations-CD von Windows Server 2003. Wenn Sie keine XP-CD mit Service Pack besitzen, können Sie mit Hilfe von PE Builder bequem und schnell eine erstellen (-> Punkt 2).
Die fertige Bart-PE-CD ist mehr als ein Notfallsystem, gewissermaßen ein komplettes Mini-Windows inklusive grafischer Oberfläche, Datei-Manager, Browser, Virenscanner und vielem mehr. Damit starten Sie jeden beliebigen Windows-Rechner und können darauf uneingeschränkt arbeiten, reparieren, kopieren ...
Bart PE CD brennen
Die Voraussetzung, um die PC-WELT-Edition von Bart PE auf CD zu brennen, ist eine XP-CD mit integriertem Service Pack 1 oder 2 oder eine Installations-CD von Windows Server 2003. Wenn Sie keine solche CD besitzen, führen Sie zunächst die Schritte unter -> Punkt 2 aus. Entpacken Sie das Archiv „Bart-PE Builder_PC-WELT-Edition“ (auf CD) in einen beliebigen leeren Ordner. Starten Sie die Pebuilder.EXE. Unter „Quelle“ geben Sie den Pfad zu den Windows-Setup-Dateien an. Am schnellsten arbeitet der PE Builder, wenn Sie zuvor den Inhalt der Windows-Installations-CD auf die Festplatte kopieren.
Unter „Zusatzordner“ können Sie ein Verzeichnis angeben, dessen Inhalt ebenfalls in die CD eingebunden werden soll. Praktisch ist hier zum Beispiel ein Ordner mit kleinen Tools, die Sie immer griffbereit haben, aber nicht extra in Bart PE integrieren wollen. Vorsicht: Nicht jedes Tool funktioniert ohne entsprechendes Plug-in (-> Punkt 4) fehlerfrei.
Alle Dateien und Unterordner des angegebenen „Zusatzordners“ landen später im Root-Verzeichnis der CD. Möchten Sie das ändern, erstellen Sie unterhalb des Zusatzordners ein Verzeichnis „Tools“, in das Sie alle Dateien und Ordner verschieben.
Legen Sie den Rohling ein, und aktivieren Sie die Klickboxen „ISO-Image anlegen“ und „Auf CD brennen“. Jetzt wählen Sie „Erstellen“. Der PE Builder informiert Sie ausführlich über die aktuelle Aktion bis hin zum Brennvorgang. Um sicherzustellen, dass Sie von der Bart-PE-CD booten können, ändern Sie gegebenenfalls die Bootreihenfolge so, dass das Bios CD/DVD-Laufwerke vor den Festplatten-Partitionen anspricht.
Slipstream: SP2-Dateien integrieren
Wenn Sie eine Windows-XP-CD ohne integriertes Service Pack besitzen, müssen Sie zunächst das aktuelle Service Pack 2 über die Slipstream-Methode in die Setup-Dateien einbinden. Der PE Builder übernimmt auch diese Aufgabe - wählen Sie „Quelle, Slipstream“. Geben Sie in der oberen Zeile den Pfad zu den Windows-XP-Setup-Dateien an. In der Regel wird es sich um eine CD handeln. In diesem Fall aktivieren Sie zusätzlich die Klickbox „Quelle ist schreibgeschützt“. In der zweiten Zeile geben Sie den Pfad zur Service-Pack-2-Datei an. Sie besitzen das SP 2 noch nicht? Sie finden es auf der CD in der PC-WELT 10/2004, oder können es über www.pcwelt.de/sp2 herunterladen (265 MB).
Die dritte Zeile ist aktiviert, wenn Sie oben eine schreibgeschützte Quelle angegeben haben. Hier können Sie einen beliebigen leeren Zielordner eintragen, der allerdings etwa 1 GB freien Platz bieten muss. Nach „OK“ startet die Integration. Danach erhalten Sie im Hauptfenster des PE Builders als „Quelle“ automatisch den Zielordner der Slipstream-Aktion. Nun geht es weiter wie unter -> Punkt 1 beschrieben
Kurzübersicht zur PC-WELT-Edition
Bart PE lässt sich individuell anpassen (-> Punkt 4). Doch auch wenn Sie das System so übernehmen, wie es vorkonfiguriert auf der CD liegt, bekommen Sie damit ein leicht zu bedienendes Notfall-Windows mit allen wesentlichen Programmen. Die Schaltfläche „Go“ unten links öffnet das Start-Menü. An die dort angebotenen Tools kommen Sie übrigens auch heran, wenn Sie nicht von der CD starten, sondern Sie erst einlegen, wenn Windows bereits läuft.
Unter „System“ finden Sie eine ganze Reihe von System-Tools. Damit können Sie Festplatten überprüfen, die Bildschirmauflösung anpassen oder den Task-Manager starten. Mit dem wichtigsten Punkt „Netzwerk“ geben Sie unter anderem alle Laufwerke frei und können somit die Reparatur oder Datenrettung komplett von einem zweiten PC aus durchführen.
Das Menü „Programme“ bietet den Dateimanager Total Commander 6.5, den Spyware-Scanner Ad Aware SE, die Antiviren-Software Antivir Personal Edition 6.26, den Browser Firefox 1.0, den Bildbetrachter Irfan View 3.9, die Brenn-Software Deep Burner 1.3, den (Ent)Packer 7-Zip 3.13, Code-Editor Proton 3.2 und einiges mehr. Antivir, Deep Burner und Ad-Aware werden aus technischen Gründen vor dem Start erst auf die von Bart PE gestartete Ramdisk (B:) kopiert. Nebenbei haben wir die CMD.EXE etwas aufgepeppt - Infos dazu erhalten Sie beim Aufruf der Datei.
Bart-PE-CD mit eigenen Plug-ins
Bart Lagerweijs PE Builder ist offen konzipiert. Erfahrene User sind nach einem Blick in die Hilfe rasch in der Lage, weitere Anwendungen in das Bart-PE-System zu integrieren. Wichtig ist insbesondere die Anleitung Pluginformat.HTM im Help-Verzeichnis von PE Builder.
Alle Anwendungen, die später im „Go“-Menü unter Bart PE erscheinen, müssen Sie vor dem Brennen über Plug-ins in die Image-Datei einbinden. Jedes Plug-in erfordert mindestens eine INF- und eine XML-Datei. Die XML-Datei besorgt nur den Einbau in das „Go“-Menü, die wichtigere INF-Datei legt fest, welche Dateien für die jeweilige Anwendung kopiert werden und welche Registry-Einträge sie benötigt. Bevor Sie sich mit dem Schreiben eigener INF-Dateien befassen, sollten Sie stets einen Blick auf das umfangreiche Plug-in-Archiv unter www.pcwelt.de/bpe werfen. Hier finden Sie zahllose Plug-ins für den PE Builder als komprimierte CAB-Dateien. Diese können Sie im Dialog „Plug-Ins“ bequem mit „Hinzufügen“ übernehmen. Danach müssen Sie das Plug-in noch über die Schaltfläche „Aktivieren/Deaktivieren“ scharf schalten.
Beachten Sie, dass solche Plug-ins nur die Schnittstelle zum jeweilige Programm herstellen: Um festzustellen, welche Programmdateien Sie an welcher Stelle brauchen, folgen Sie den Anweisungen der meist englischsprachigen Hilfe zum jeweiligen Plug-in. Dazu markieren Sie im Dialog „Plug-Ins“ die gewünschte Anwendung und klicken dann auf „Hilfe“
Wie Sie Bart PE praktisch einsetzen, lesen Sie unter Bart PE für das Backup nutzen


