Bart PE Builder

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Tipp: Lesen Sie zu diesem Artikel auch die Artikel Multiboot-CD/DVD mit mehreren Systemen erstellen und Mini-Windows vom USB Stick starten


Inhaltsverzeichnis

Was ist der PE Builder?

Zweitsystem

Mit einem Zweitsystem auf CD, das USB-Geräte und Netzwerk bereitstellt und Tools enthält, um diese Ressourcen bequem anzusprechen, kommen Sie auch ohne Ihr Originalsystem wieder an Ihre Daten. Je nach Zustand des Systems gelingt über das Zweit-Windows auch eine Reparatur, und Sie ersparen sich die zeitraubende und oft problematische Neu-Installation - problematisch deshalb, weil eine Neu-Installation von Windows 2000/XP die Kontendaten früherer Installationen unzugänglich macht.

Bart Preinstalled Environment

Was kommt als Zweitsystem in Betracht? Erste Wahl ist das Mini-Windows „Bart PE“. Das „Bart Preinstalled Environment“ stammt von dem Niederländer Bart Lagerweij. Es bietet auf etwa 150 MB alles, was Sie für ein Reservesystem brauchen. Flexible Plug-ins und die Option, zusätzliche Tools in einem eigenen Ordner mit auf die CD zu brennen, machen das System offen für eigene Erweiterungen.

Eine Bart-PE-CD ist allerdings nicht nur im Notfall nützlich: Sie können damit zum Beispiel auch bequem NTFS-Daten von einer USB-Festplatte auf einen Rechner unter einem älteren Windows übertragen. Sie können mit Bart PE eine Standardumgebung auf jeden beliebigen Rechner mitnehmen. Administratoren kommen damit ohne Umwege ins System. Und mit dem Zweit-Windows surfen Sie ohne jedes Risiko. Zum Erstellen benötigen Sie zwar Windows XP oder Server 2003 - nutzen können Sie Ihre Bart-PE-Scheibe aber auf jedem PC. Übrigens: Wir beschreiben ausführlich alle Möglichkeiten, diese CD individuell einzurichten - das Basissystem ist jedoch mit Hilfe automatisierter Funktionen innerhalb weniger Minuten erstellt.

Bart PE und Win PE

Bart PE? Bart ist klar, so heißt der Entwickler Bart Lagerweij. „PE“ hat Lagerweij von Win PE übernommen - dem „Windows Preinstallation Environment“ von Microsoft. Dabei handelt es sich wie bei Bart PE um ein universelles Mini-System, das auf Windows XP basiert. Win PE erhält allerdings kein normaler Käufer, nicht mal ein Entwickler im Rahmen eines MSDN-Abonnements, sondern nur ein Enterprise-Kunde mit mehreren Hundert Lizenzen. Ganz unverständlich ist es nicht, dass sich Microsoft hier so sperrt: Win PE und Bart PE machen jedes NT-Windows schutzlos - man kommt damit bequem unautorisiert ins System. Was dagegen hilft? Bürotüre versperren, Bios-Passwort - und zusätzlich vertrauliche Daten verschlüsseln.

Was kann man damit machen?

Diese Basisfunktionen bietet die ursprüngliche Version von Bart Lagerweijs Mini-System:

  • liest und schreibt auf FAT(32)- und NTFS-Laufwerken,
  • nutzt alle vor dem Start angeschlossenen USB-Geräte,
  • gibt auf Wunsch alle Laufwerke des PCs im Netz frei,
  • stellt auf Wunsch eine Remote-Verbindung her,
  • geht via LAN ins Web und ermöglicht Downloads,
  • geht via Modem/DSL ins Web (noch Beta),
  • checkt, partitioniert, formatiert Festplatten und
  • ist bequem per Maus zu bedienen.



Die PC-WELT-Edition

Wir haben Bart PE für die PC-WELT-Edition weitgehend ins Deutsche übersetzt - einschließlich der Hilfe - und zusätzliche Tools integriert: PC-WELT-Edition von Bart PE In Zusammenarbeit mit Bart Lagerweij ist eine spezielle Edition von Bart PE entstanden, die folgende Plug-Ins mitbringt:

http://www.pcwelt.de/downloads/tools_utilities/system-utilities/108595/

Vom Setup zur Boot-CD

Der PE Builder
Um Missverständnissen vorzubeugen: Sie bekommen kein fertiges, boot-fähiges Bart PE. Das ist nicht möglich, weil erst aus Ihrer Windows-Installation heraus ein kleines bootfähiges System auf CD geschrieben wird. Sie erhalten deshalb den Bart PE Builder, mit dem Sie bequem und fast vollautomatisch Ihre eigene Bart-PE-CD erstellen.

Zusätzlich brauchen Sie

  1. ein laufendes Windows 2000, XP oder Server 2003, und
  2. eine Installations-CD von Windows XP mit integriertem Service Pack 1 (oder 2) beziehungsweise eine Installations-CD von Windows Server 2003.

Wenn Sie keine XP-CD mit Service Pack besitzen, können Sie mit Hilfe von PE Builder bequem und schnell eine erstellen. Die fertige Bart-PE-CD ist mehr als ein Notfallsystem, gewissermaßen ein komplettes Mini-Windows inklusive grafischer Oberfläche, Datei-Manager, Browser, Virenscanner und vielem mehr. Damit starten Sie jeden beliebigen Windows-Rechner und können darauf uneingeschränkt arbeiten, reparieren, kopieren.

Die PC-WELT-Edition von Bart PE erstellen
Die Voraussetzung, um die PC-WELT-Edition von Bart PE auf CD zu brennen, ist eine XP-CD mit integriertem Service Pack 1 oder 2 oder eine Installations-CD von Windows Server 2003. Wenn Sie keine solche CD besitzen, führen Sie zunächst die Schritte im nächsten Punkt aus. Entpacken Sie das selbst-entpackende Archiv Bart-PE Builder_PC-WELT-Edition.z.exe in einen beliebigen leeren Ordner. Starten Sie die Pebuilder.EXE. Unter „Quelle“ geben Sie den Pfad zu den Windows-Setup-Dateien an. Am schnellsten arbeitet der PE Builder, wenn Sie zuvor den Inhalt der Windows-Installations-CD auf die Festplatte kopieren. Unter „Zusatzordner“ können Sie ein Verzeichnis angeben, dessen Inhalt ebenfalls in die CD eingebunden werden soll. Praktisch ist hier zum Beispiel ein Ordner mit kleinen Tools, die Sie immer griffbereit haben, aber nicht extra in Bart PE integrieren wollen. Vorsicht: Nicht jedes Tool funktioniert ohne entsprechendes Plug-in fehlerfrei. Alle Dateien und Unterordner des angegebenen „Zusatzordners“ landen später im Root-Verzeichnis der CD. Möchten Sie das ändern, erstellen Sie unterhalb des Zusatzordners ein Verzeichnis „Tools“, in das Sie alle Dateien und Ordner verschieben. Legen Sie den Rohling ein, und aktivieren Sie die Klickboxen „ISO-Image anlegen“ und „Auf CD brennen“. Jetzt wählen Sie „Erstellen“. Der PE Builder informiert Sie ausführlich über die aktuelle Aktion bis hin zum Brennvorgang. Um sicherzustellen, dass Sie von der Bart-PE-CD booten können, ändern Sie gegebenenfalls die Bootreihenfolge so, dass das Bios CD/DVD-Laufwerke vor den Festplatten-Partitionen anspricht.

Slipstream: SP 2 integrieren

Wenn Sie eine Windows-XP-CD ohne integriertes Service Pack besitzen, müssen Sie zunächst das aktuelle Service Pack 2 über die Slipstream-Methode in die Setup-Dateien einbinden. Der PE Builder übernimmt auch diese Aufgabe - wählen Sie „Quelle, Slipstream“. Geben Sie in der oberen Zeile den Pfad zu den Windows-XP-Setup-Dateien an. In der Regel wird es sich um eine CD handeln. In diesem Fall aktivieren Sie zusätzlich die Klickbox „Quelle ist schreibgeschützt“. In der zweiten Zeile geben Sie den Pfad zur Service-Pack-2-Datei an. Sie besitzen das SP 2 noch nicht? Sie können es unter http://www.pcwelt.de/sp2 herunterladen (265 MB). Die dritte Zeile ist aktiviert, wenn Sie oben eine schreibgeschützte Quelle angegeben haben. Hier können Sie einen beliebigen leeren Zielordner eintragen, der allerdings etwa 1 GB freien Platz bieten muss. Nach „OK“ startet die Integration. Danach erhalten Sie im Hauptfenster des PE Builders als „Quelle“ automatisch den Zielordner der Slipstream-Aktion. Nun geht es weiter wie im vorherigen Punkt beschrieben

Bart-PE-CD mit weiteren Plug-ins

Bart Lagerweijs PE Builder ist offen konzipiert. Erfahrene User sind nach einem Blick in die Hilfe rasch in der Lage, weitere Anwendungen in das Bart-PE-System zu integrieren. Wichtig ist insbesondere die Anleitung Pluginformat.HTM im Help-Verzeichnis von PE Builder. Alle Anwendungen, die später im „Go“-Menü unter Bart PE erscheinen, müssen Sie vor dem Brennen über Plug-ins in die Image-Datei einbinden. Jedes Plug-in erfordert mindestens eine INF- und eine XML-Datei. Die XML-Datei besorgt nur den Einbau in das „Go“-Menü, die wichtigere INF-Datei legt fest, welche Dateien für die jeweilige Anwendung kopiert werden und welche Registry-Einträge sie benötigt. Bevor Sie sich mit dem Schreiben eigener INF-Dateien befassen, sollten Sie stets einen Blick auf das umfangreiche Plug-in-Archiv unter www.pcwelt.de/bpe werfen. Hier finden Sie zahllose Plug-ins für den PE Builder als komprimierte CAB-Dateien. Diese können Sie im Dialog „Plug-Ins“ bequem mit „Hinzufügen“ übernehmen. Danach müssen Sie das Plug-in noch über die Schaltfläche „Aktivieren/Deaktivieren“ scharf schalten. Beachten Sie, dass solche Plug-ins nur die Schnittstelle zum jeweilige Programm herstellen: Um festzustellen, welche Programmdateien Sie an welcher Stelle brauchen, folgen Sie den Anweisungen der meist englischsprachigen Hilfe zum jeweiligen Plug-in. Dazu markieren Sie im Dialog „Plug-Ins“ die gewünschte Anwendung und klicken dann auf „Hilfe“.

Daten sichern

Wenn Windows streikt, sind die Daten auf der Festplatte zwar erst mal unzugänglich, aber noch lange nicht verloren. Wenn kein Hardware-Defekt vorliegt, gelingt es fast immer, den Platteninhalt mit einem Notfallsystem wie Bart PE zu kopieren. Wenn Sie entsprechend vorgesorgt haben, bringen Sie mit wenigen Handgriffen über die Wiederherstellungskonsole eine Windows-Kopie zum Laufen.

Backup: Windows-Kopie für Notfälle

Manchmal geht's auch ohne Bart PE - dann nämlich, wenn Sie das System vor nicht allzu langer Zeit vollständig kopiert haben. Was unter Windows 9x kein Problem darstellt, ist unter Windows 2000/XP und Server 2003 dadurch erschwert, dass die Registry-Dateien unter „Windows“ und „Dokumente und Einstellungen“ im Normalbetrieb gesperrt sind. Mit Hilfe der Batchdatei pcwWinback.BAT erhalten Sie trotzdem eine vollständige Kopie der Windows-Konfiguration. Die Batchdatei kopiert unter laufendem Windows alle nicht gesperrten Dateien in die Verzeichnisse \Winback und \Userback auf die Systempartition. In einem weiteren Schritt legt sie die Hilfs-Batches #1.BAT und #Notfall.BAT an. Gehen Sie dann in die Wiederherstellungskonsole. Mit


batch \#1.BAT


sichern Sie nun die gesperrten Registry-Dateien. Die #Notfall.BAT ersetzt - ebenfalls in der Wiederherstellungskonsole - ein kaputtes Windows wieder durch das Backup:


batch \#notfall.bat


Die Wiederherstellungskonsole können Sie in jedem Fall über die Windows-Setup-CD starten. Alternativ und bei häufigerem Einsatz praktischer ist es, die Wiederherstellungskonsole als Bootoption auf der Festplatte einzurichten.

Komfortabel Daten kopieren unter Bart PE

Bart PE kann auf alle FAT(32)- und NTFS-Partitionen zugreifen. Das geeignete Tool ist der Datei-Manager Total Commander, den Sie bei der PC-WELT-Edition von Bart PE unter „Go, Programme“ aufrufen. Hier kopieren Sie ausgewählte Dateien mit <F5> bequem in einer Zwei-Fenster-Darstellung. Natürlich steht auch Xcopy in der Kommandozeile zur Verfügung. Als Zielordner eignet sich auf einem PC ohne Netz ein USB-Massenspeicher, den Bart PE automatisch erkennt, wenn das Medium beziehungsweise Gerät beim Start des Systems bereits eingesteckt ist. Zum Austausch von USB-Datenträgern booten Sie also gegebenenfalls neu. Noch deutlich einfacher arbeiten Sie in einem Netz, indem Sie alle Festplatten des PCs freigeben, den Sie mit Bart PE gestartet haben, oder eine Remote-Verbindung aufbauen.

Daten mit Bart PE auf CD brennen

Bei einem PC ohne Netz haben Sie eine weitere Alternative der Datenrettung, sofern der PC neben einem Brenner ein zweites CD- oder DVD-Laufwerk besitzt. Dann können Sie die PC-WELT-Edition von Bart PE booten und die Scheibe im Laufwerk lassen, während Sie mit dem Tool Deep Burner („Go, Programme“) Ihre Daten brennen. Warum zwei CD/DVD-Laufwerke? Die CD mit Bart PE darf zum Brennen nicht entnommen werden - schließlich handelt es sich um das Betriebssystem. Bei laufendem Windows kann man ja auch nicht die Festplatte ausbauen. Nach dem Aufruf des Programms wählen Sie, ob Sie eine Daten-CD/DVD, eine Audio-CD oder ein ISO-Image brennen möchten. Um Daten zu sichern, sollten Sie hier die erste Option wählen. Nach einem Klick auf „Weiter“ erstellen Sie eine neue Multisession-Zusammenstellung. Dann brauchen Sie nur noch die zu brennenden Daten per Drag & Drop vom Explorer-Fenster in das „Data“-Fenster zu ziehen. Die Füllstandsanzeige gibt Auskunft, ob die Daten auf die CD passen. Zuletzt klicken Sie auf „Ansicht, CD/DVD brennen“, um die Zusammenstellung zu brennen.

Registry sichern und wiederherstellen

Windows XP bietet keine komfortable Lösung für ein vollständiges Backup der Registry-Dateien, da es diese während des Betriebs sperrt. Über „Start, Zubehör, Systemprogramme, Sicherung“ sichern Sie zwar alle Systemdateien, für die Wiederherstellung benötigen Sie dann aber ein lauffähiges Windows. Und das haben Sie eben dann nicht, wenn der Rechner wegen schwerer Registry-Fehler nicht mehr startet. Bart PE macht es denkbar einfach, die Windows-Registry zu kopieren - und sie später wiederherzustellen. Starten Sie den Total Commander, und kopieren Sie einfach das komplette Verzeichnis „%windir%\System32\Config“ der Windows-Installation auf eine andere Festplatte oder auf CD. Im Ernstfall kopieren Sie diese Sicherung wieder an den ursprünglichen Ort zurück.
Achtung: Ein so repariertes Windows-System fällt natürlich auf den Zustand des Sicherungszeitpunkts zurück. Zwischenzeitlich installierte Programme und geänderte Einstellungen werden nicht mehr funktionieren.

System reparieren

Windows XP bietet mit der Systemwiederherstellung und der Wiederherstellungskonsole von Haus aus bereits einige Werkzeuge zur Systemreparatur. Bart PE erweitert diese Möglichkeiten durch einen Virenscanner. Außerdem bietet es Zugriff auf Bootdateien, Systemdateien und Registry unabhängig davon, ob das Windows-System noch funktioniert.

System auf Viren überprüfen

Ein Virenscanner arbeitet am besten unabhängig vom bestehenden System. Die PC-WELT-Edition von Bart PE ist mit dem Virenscanner Antivir PE ausgestattet (für den privaten Einsatz kostenlos). Das Programm erkennt und entfernt über 80.000 Viren und bietet Schutz vor Trojanern, Würmern, Makroviren und Backdoor-Programmen.
Nach „Go, Programme, AV Personal“ unter Bart PE startet eine Batchdatei, die automatisch alle erforderlichen Dateien von der CD in die Ramdisk auf Laufwerk B: kopiert. Nach dem Selbsttest wählen Sie die Laufwerke aus, die Sie scannen möchten und klicken auf das Icon „Suchen“ ganz links in der Symbolleiste. Sollte das Programm fündig werden, bietet es Ihnen an, die befallenen Dateien zu löschen oder zu reparieren. Damit Antivir auch neueste Viren erkennt, ist vor dem Suchlauf ein Update empfehlenswert. Voraussetzung hierfür ist eine aktive Internet-Verbindung.
Gehen Sie auf „Tools, Internet Update starten“, und folgen Sie den Anweisungen auf dem Bildschirm. Das Download-Volumen der Virensignaturen beträgt etwa 2 MB, ist zusätzlich ein Update der Programmdateien notwendig, werden es etwa 5 MB. Da Updates nur auf der Ramdisk landen, ist Antivir nach dem nächsten Start von Bart PE wieder auf dem alten Stand. Um ständige Downloads der Signaturen zu vermeiden, können Sie das Verzeichnis B:\Avpersonal nach einem Update auf USB-Stick oder Festplatte sichern und nach dem Start von Bart PE manuell auf Ramdisk B: kopieren.
Etwas aufwendiger ist es, ab und an eine neue Bart-PE-CD mit aktualisiertem Antivir zu erstellen. Dazu verwenden Sie entweder die nach einem Update gesicherten Dateien von der Ramdisk, oder Sie installieren Antivir unter Windows, führen ein Update durch und kopieren die Dateien in das Verzeichnis „plugin\AVPersonal\files“ des PE Builders. Damit erstellen Sie dann ein neues Bart PE.

Die Windows-Registry bearbeiten

Beim Aufruf von Regedit unter Bart PE erhalten Sie nur die Registry des CD-Systems. Um eine defekte Windows-Registry unter Bart PE zu bearbeiten, müssen Sie daher besondere Kniffe anwenden. In einigen Fällen ist es notwendig, die Registry von einem anderen System aus zu ändern. Beispiel dafür ist ein XP-System, das nach dem Auswechseln einer Hauptplatine nicht mehr startet. Ohne Bart PE müssten Sie dann die Festplatte ausbauen, in einen anderen XP-Rechner wieder einbauen und die Registry bearbeiten. Mit Bart PE gelingt die Änderung, ohne den Rechner zu zerlegen. Die im Artikel erwähnte Datei IDE.REG zum Importieren in die Registry finden Sie in der PC-WELT-Edition von Bart PE unter „\Programs\Ide.reg“. Um mit Bart PE die Registry des installierten Windows-Systems zu bearbeiten, sind folgende Schritte erforderlich:

  1. Wählen Sie „Go, Ausführen, Regedit“.
  2. Markieren Sie den Schlüssel „Hkey_Local_Machine“, und klicken Sie auf „Datei, Struktur laden“. Wählen Sie dann die gewünschte Registry-Datei aus dem Verzeichnis „System32\Config“ der Windows-Installation. Die Datei „software“ entspricht dabei dem Schlüssel „Hkey_Local_Machine\Software“ und „system“ „Hkey_Local_Machine\System“. Wenn Sie die Registry-Einträge für einen bestimmten Benutzer bearbeiten möchten, wählen Sie die NTUSER.DAT unter „C:\Dokumente und Einstellungen\<Benutzer>“. Nach einem Klick auf „Öffnen“ geben Sie unter „Schlüsselname“ den Buchstaben „Z“ ein.
  3. . Über „Hkey_Local_Machine\Z“ haben Sie jetzt Zugriff auf die Windows-Registry. Nehmen Sie die gewünschten Änderungen vor, markieren Sie anschließend den Schlüssel „Z“, und wählen Sie „Datei, Struktur entfernen, Ja“. So hängen Sie den importierten Zweig wieder aus.

System nach Blue Screen wiederbeleben

Der „Blaue Bildschirm des Todes“ (BSOD - Blue Screen of Death) nach dem Windows-Start signalisiert fast immer Ärger mit einem fehlerhaften Treiber. Windows XP besitzt nur wenige Werkzeuge zum Beheben dieses gravierenden Problems - und diese sind auch noch sehr umständlich anzuwenden. Tatsächlich genügt es in vielen Fällen, den betreffenden Treiber einfach zu löschen, um Windows wieder zum Start zu bewegen. Wie die Treiberdatei heißt, zeigt Windows im Blue Screen an - wenn nicht, suchen Sie im Verzeichnis System32\Drivers nach der zuletzt erstellten Datei und benennen diese unter Bart PE um, beispielsweise in <Treiber>.sys.bak. Zum Löschen und Umbenennen verwenden Sie am besten den Datei-Manager Total Commander.

Vernetzen

Mit Bart PE melden Sie sich mühelos an einem LAN an - und mit ein wenig mehr Aufwand kommen Sie sogar direkt ins Internet. Die LAN-Verbindung und Freigabe der Daten sind die ideale Basis für die bequeme Wartung von einem voll einsatzfähigen Windows aus. Über den Zugang zum Web lassen sich fehlende Treiber oder fehlende Infos besorgen.

Die Optionen der Netzwerk-Verbindung

Bart PE bietet unter „Go, System, Netzwerk“ neun Optionen - nach Wichtigkeit sortiert. Die komfortabelste Option findet sich an Position 4: „Netzwerk und Freigaben laden (DHCP/auto)“. Sie konfiguriert die Netzverbindung und gibt automatisch alle Datenträger frei. Der PC unter Bart PE ist dann unter einem Zufallsnamen „bartpe-<nnnnn>“ und mit einem automatisch generierten Admin-Kennwort von einem anderen Netz-PC aus zugänglich. Auch der Zugriff auf das Internet ist möglich, wenn das LAN einen Gateway besitzt, Sie also auch mit dem normalen Windows über das LAN ins Web gehen. Diese Option setzt aber ein Netzwerk mit DHCP-Server voraus, der die IP-Nummer automatisch vergibt. Das Gleiche gilt für die Option „Netzwerk konfigurieren (DHCP/auto)“, welche das Netz konfiguriert, aber auf automatische Freigaben verzichtet.
In einem Heimnetz oder kleinen Peer-to-Peer-Netz wählen Sie den obersten Eintrag „Netzwerk konfigurieren (GUI)“. Dann tragen Sie unter „Use the following IP address“ die IP-Nummer manuell ein, die Sie auch unter Windows nutzen. „Computer Name“ und „Workgroup“ können Sie anpassen, müssen es aber nicht. Nach einem Klick auf „Start Network Services“ ist Bart PE im Netz. Danach können Sie „Freigaben laden (Server)“, um alles freizugeben, oder nach „Netzlaufwerk verbinden“ auf Laufwerke anderer PCs zugreifen.
In der Netzwerkkonfiguration von Bart PE ist unter „Computer Name“ bereits „bartpe-*“ vorgegeben. Das Sternchen bedeutet, dass Bart PE den Namen des Rechners um eine zufällig gewählte Nummer ergänzt, damit sich mehrere Bart-PE-Installationen in einem größeren LAN nicht wegen gleicher Namen in die Quere kommen. Sie können auch selbst einen Namen wählen.

Fehlenden Netztreiber einbinden

In seltenen Fällen scheitert der Netzwerkzugriff unter Bart PE. Ob die LAN-Verbindung auf Anhieb klappt, hängt schlicht davon ab, ob der Treiber der Netzwerkkarte auf der Bart-PE-CD enthalten ist. Rufen Sie unter Bart PE „Go, System, Netzwerk, Netzwerk konfigurieren (GUI)“ auf. Hier klicken Sie auf „Detect Network adapters“. Zeigt der Dialog nach der kurzen Suche keine Netzwerkkarte an, benötigen Sie eine neue Bart-PE-CD mit dem jeweiligen Treiber.
Besorgen Sie sich den Treiber entweder von der Website des Herstellers oder von der CD, die Sie mit der Netzwerkkarte bekommen haben. Dann starten Sie Ihr normales Windows und entpacken das Treiberarchiv im Bart-PE-Verzeichnis unter „Drivers\Net“ und dort in ein eigenes Unterverzeichnis mit beliebigem Namen. Nach dem Brennen der CD und Booten der neuen Bart-PE-CD sollte das Netzwerk funktionieren.

Verbindung zum Web mit (DSL-) Modem

Die Plug-ins zur Einwahl in das Internet via Modem oder DSL befinden sich noch im Entwicklungsstadium. In der PC-WELT-Edition von Bart PE sind sie deshalb zunächst deaktiviert. Es ist einige Handarbeit nötig, um sie zu einzusetzen - wir geben aber keine Erfolgsgarantie.


DSL: Hier müssen Sie im PE Builder die Plug-ins „PPPOE dial-up support“ und „Device Manager Clone“ aktivieren, bevor Sie die Bart-PE-CD brennen. Außerdem benötigen Sie ein Hilfsprogramm, das aus lizenzrechtlichen Gründen nicht im PE Builder enthalten ist: Sie erhalten die notwendige Datei Snetcfg_wxp.ZIP unter www.jsiinc.com/dl/snetcfg_wxp.zip (5 KB). Nach dem Entpacken verschieben Sie die EXE-Datei in das PE Builder-Verzeichnis in „plugin\pppoe_xp\files“. Mit dem aktivierten PPPoE-Plug-in erhalten Sie im „Go“-Menü unter „System, Netzwerk“ ein zusätzliches Menü „PPPOE dial-up“. Aktivieren Sie, wie im -> Punkt 13 beschrieben, zuerst das Netzwerk, und klicken Sie dann unter „PPPOE dial-up“ auf „Start PPPOE Services“. Mit „New Connect“ rufen Sie den Dialog auf, in dem Sie Ihre Zugangsdaten eingeben. Achtung: Der Menüpunkt „Hangup“, mit dem Sie die Verbindung wieder beenden, funktioniert nur, wenn Sie den Namen der Verbindung auf dem voreingestellten „My Broadband Connection“ belassen.

Modem: Für die Einwahl per Modem benötigen Sie die entpackte Snetcfg_wxp.ZIP (-> DSL, oben). Allerdings verschieben Sie die EXE diesmal unter „plugin\dialup\files“. Aktivieren Sie dann die Plug-ins „Dialup Networking Support“, „Dialup Networking Support - MODEM: Standard 33600bps Modem attached to COM1“ und „Device Manager Clone“ (-> Punkt 4). Ist Ihr Modem an einem anderen COM-Port angeschlossen, ändern Sie das direkt in der zugehörigen INF-Datei „plugins\dialup-modem\mdm_standard_com1.inf“. Suchen Sie hier die Zeile „0x7, „Microsoft\Ras\Tapi Devices\Unimodem“, „Address“, „COM1“„ und ändern Sie die letzte Angabe, etwa in „COM2“. Noch komplizierter wird es, wenn Sie ein internes Modem mit eigenen Treibern besitzen. Dann lassen Sie das Plug-in „Dialup Networking Support - MODEM: Standard 33600bps Modem attached to COM1“ deaktiviert; Sie benötigen in diesem Fall ein eigenes Modem-Plug-in. Eine kurze Anleitung dazu erhalten Sie, wenn Sie beim Plug-in „Dialup Networking Support“ auf „Hilfe“ klicken. Oben finden Sie einen Link auf das Web-Forum zum PE Builder, wo Sie zusätzliche Hilfe, eventuell auch ein für Ihr Modem passendes Plug-in finden. Mit dem Bart-PE-Geräte-Manager unter „Go, Programme, System Tools, Device Manager Clone“ stellen Sie fest, ob die Installation des Modems erfolgreich war. Mit der rechten Maustaste können Sie über „Properties“ die Einstellungen gegebenenfalls nachjustieren - wie unter Windows auch. Im Menü „Go, System, Netzwerk“ klicken Sie nun auf „Start Network and Dialup Services“ und richten im Untermenü „Dialup Networking“ Ihre Verbindung ein.

ISDN und Andere: Für die Einwahl über ISDN, ferner für das bei einigen Anbietern in Deutschland, der Schweiz und Österreich gebräuchliche DSL über PPTP (statt PPPoE) gibt es noch keine Plug-ins. Hier heißt es: Warten und hoffen.

Weblinks

Plugins