Ubuntu auf einem USB Stick installieren
Aus PC-WELT-Wiki
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Gefahrlos Linux probieren, im Notfall Ihr System retten: Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ubuntu 7.10 auf den USB-Stick packen und Ihren PC davon booten.
Bei der populären Linux-Distribution Ubuntu handelt es sich um ein System, das sowohl direkt von der CD gestartet als auch ganz normal auf der Festplatte installiert werden kann. Beides hat Vor- und Nachteile. Ein Live-System ist portabel, kann aber, da es auf CD liegt, keine zusätzlichen Daten oder veränderte Einstellungen speichern. Ein installiertes System hingegen lässt sich anpassen, ist aber auch an seinen Rechner gebunden. Wenn Sie die Vorteile aus beiden Verfahren nutzen möchten, installieren Sie Ubuntu auf einem USB-Stick.
Zu diesem Artikel gibt es ein Video Tutorial unter http://pcwelt-praxis.de/video/ubuntu_usb_boot/view.
Ubuntu besorgen und brennen
Laden Sie sich zunächst das aktuelle ISO-Image von Ubuntu 7.10 von http://ubuntu.com/getubuntu/download (695 MB) herunter, und brennen Sie es auf eine CD. Unter Windows 2000, XP oder Vista verwenden Sie dazu etwa Nero über den Menüpunkt „Rekorder, Image brennen“ oder die Freeware Imgburn 2.4.0.0 (http://imgburn.com, 1,8 MB). Ist das erledigt, legen Sie die CD in das Laufwerk, stecken einen USB-Stick mit mindestens 1 GB Speicherplatz an (besser 2 GB oder mehr) und booten das System von der CD (gegebenenfalls müssen Sie dazu die Bootreihenfolge im Bios verändern).
Ubuntu starten
Im Bootmenü von Ubuntu öffnen Sie über <F2> das Sprachen-Menü und wählen „Deutsch“, anschließend die Option „Ubuntu starten oder installieren“. Nachdem das System hochgefahren ist und der Desktop erscheint, klicken Sie auf „Anwendungen, Zubehör, Terminal“, und geben den Befehl
sudo su
ein, um mit Admin-Rechten zu arbeiten.
Stick partitionieren
Jetzt müssen Sie herausfinden, welche Laufwerksbezeichnung Ihr USB-Stick hat. Mit
fdisk –l
bekommen Sie eine Liste aller Laufwerke und Partitionen. Möglich sind die Bezeichnungen „/dev/sdX>“ oder „/dev/ubX“, wobei X für a, b, c… steht. In unserem Fall gehen wir davon aus, dass Ihr Stick die Kennung „/dev/sdc“ trägt. Ersetzen Sie die Kennung in allen folgenden Befehlen gemäß Ihrer Konfiguration. Über den Befehl
umount /dev/sdc1
hängen Sie die erste Partition des Datenträgers wieder aus, um ihn partitionieren zu können. Wiederholen Sie den Befehl für alle Partitionen. Starten Sie dann mit
fdisk /dev/sdc
das Partitionierungs-Tool. Mit <p> lassen Sie sich die Partitionen des Sticks anzeigen. Drücken Sie dann <d>, gefolgt von einer Partitionsnummer (falls mehrere existieren). Geben Sie hier <1> ein, und wiederholen Sie diese Schritte, bis alle Partitionen gelöscht sind. Nun drücken Sie <n>, um eine neue Partition anzulegen, und dann <p>, gefolgt von <1> für die erste primäre Partition. Mit <Return> übernehmen Sie den Standard „1“ als ersten Zylinder und geben als Größe „+750M“ ein, um der Partition eine Größe von 750 MB zuzuweisen. Mit <a>,<1> setzen Sie die neue Partition auf aktiv, sonst kann davon nicht gebootet werden. Drücken Sie anschließend <t>,<6> – damit setzen Sie das Dateisystem der Partition auf FAT16.
Jetzt müssen Sie mit <n> eine weitere neue Partition anlegen. Geben Sie <p>,<2> für eine zweite primäre Partition an. Mit zweimal <Return> übernehmen Sie die vorgeschlagenen Standardwerte für Startzylinder und Größe. Danach ist Ihr gesamter Stick mit den beiden Partitionen belegt. Mit <w> schreiben Sie die neue Partitionstabelle.
Partitionen formatieren
Mit
umount /dev/sdc1 umount /dev/sdc1
stellen Sie sicher, dass die Stick-Partitionen nicht eingehängt sind, denn sie müssen jetzt formatiert werden. Dazu geben Sie
mkfs.vfat -F 16 -n ubuntu710 /dev/sdc1 mkfs.ext2 -b 4096 -L casper-rw /dev/sdc2
ein. Die erste Partition wird dabei mit FAT16 formatiert und erhält den Namen „ubuntu710“. Die zweite Partition wird mit ext2 formatiert, bekommt eine Blockgröße von 4 KB und den Namen „casper-rw“. Dann ziehen Sie den Stick ab und stecken ihn wieder ein, damit die neuen Partitionen automatisch eingehängt werden.
Bootloader installieren
Damit der Rechner vom Stick booten kann, müssen Sie einen Bootloader einrichten. Dazu holen Sie sich zunächst über
apt-get update
die aktuellen Paket-Informationen und installieren mit
apt-get install syslinux mtools
den Bootloader Syslinux und die Mtools – ein Tool-Paket für den Zugriff auf MS-DOS-Laufwerke. Geben Sie dann
syslinux -sf /dev/sdc1
ein, um den Bootloader auf die erste Partition des USB-Sticks zu schreiben.
Ubuntu kopieren
Jetzt müssen Sie noch das Ubuntu-System von der CD auf den Stick kopieren. Wechseln Sie über
cd /cdrom
auf Ihr CD-Laufwerk, und kopieren Sie anschließend mit dem Befehl
cp -rf casper disctree dists install pics pool preseed .disk isolinux/* md5sum.txt /media/ubuntu710/ cp -rf README.diskdefines ubuntu.ico casper/vmlinuz casper/initrd.gz /media/ubuntu710/
den Inhalt der Ubuntu-CD auf die erste Partition des Sticks. Ignorieren Sie dabei die Fehler, die beim Erzeugen symbolischer Verknüpfungen auftreten. (Anders als in der PC-WELT abgedruckt, habe ich die lange Kommandozeile hier in zwei Portionen aufgeteilt)
Bootmenü anpassen
Im letzten Schritt passen Sie noch das Bootmenü an. Dazu wechseln Sie in Ihr Home-Verzeichnis und laden die angepassten Bootmenü-Dateien herunter:
cd /home/ubuntu wget pcwelt-praxis.de/dfiles/U710fix_de.zip
Danach entpacken Sie die Dateien mit
unzip -o -d /media/ubuntu710/ U710fix_de.zip
auf die erste Partition Ihres Sticks. Nun schließen Sie das Terminal-Fenster und starten Ihren Rechner über „System, Beenden, Neu starten“ neu vom USB-Stick (dazu müssen Sie möglicherweise die Bootreihenfolge im Bios erneut anpassen). Der Bootvorgang dauert vom Stick etwas länger als von der CD, dafür läuft es danach flüssiger, und Daten und Einstellungen werden gespeichert. Sie können im Bootmenü auch hier über <F2> die deutschen Menüs wählen.
Problem behandeln
Sollte es mit dem Booten vom Stick trotzdem nicht klappen, starten Sie Ubuntu noch einmal von der CD und öffnen erneut ein Terminal-Fenster. Mit
sudo apt-get install lilo
laden Sie den Bootloader Lilo herunter und installieren ihn. Der Befehl
lilo -M /dev/sdc
schreibt den Master Boot Record (MBR) Ihres Sticks neu.


